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| 2. | Eigenschaften und Vorkommen |
Thallium wird von luftfreiem Wasser nicht angegriffen. In verdünnter Salpetersäure löst sich das Metall schnell auf. Im Gegensatz dazu wird es in konzentrierter Salzsäure oder in Schwefelsäure aufgrund der Schwerlöslichkeit des entstehenden Thallium(I)-chlorids bzw. -sulfats nur sehr langsam angegriffen. Thallium kommt in seinen Verbindungen häufig einwertig oder dreiwertig vor und bildet daher zwei Reihen von Salzen, für die Thallium(I)-chlorid (TlCl) bzw. Thallium(III)-chlorid (TlCl3) repräsentative Beispiele sind. Das Thallium(I)-oxid (Tl2O) ist ein schwarzer Feststoff, der in geschmolzenem Zustand Glas und Porzellan angreift. Es wird durch Erhitzen von Thallium auf sehr hohe Temperatur unter Luftzufuhr hergestellt. Thallium hat einen hohen Brechungsindex (siehe Optik) und ist daher bei der Herstellung optischer Gläser von Bedeutung.
In der Rangfolge der Häufigkeit der Elemente in der Erdkruste liegt Thallium an 60. Stelle. Es steht in derselben Elementgruppe wie das Aluminium. Thallium schmilzt bei rund 304 °C und siedet bei etwa 1 457 °C. Seine relative Dichte liegt bei 11,85, und seine Atommasse beträgt 204,38 u.
Thallium ist in Mineralien wie z. B. den Pyriten und in Zinkblende enthalten. Man gewinnt es beispielsweise aus der Flugasche von Pyritöfen, in denen Schwefel und Eisen voneinander getrennt werden. Thallium lässt sich auch aus Bleikammerschlamm extrahieren, der bei der Schwefelsäureherstellung anfällt. Allerdings hat das Bleikammerverfahren zur Produktion von Schwefelsäure heutzutage so gut wie keine Bedeutung mehr – 1978 wurden beispielsweise in den USA nur noch zwei Anlagen betrieben. Heute gewinnt man Thallium hauptsächlich aus Flugaschen.