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| 2. | Geschichte |
Formen der Buchführung und Aufzeichnungsmethoden, die im Rahmen der Entwicklung von Industrie und Handel entstanden, sind für Europa bereits aus dem Mittelalter bekannt. Die doppelte Buchführung entstand in den spätmittelalterlichen italienischen Stadtstaaten. Aus den frühesten noch erhaltenen Büchern aus dem Jahr 1340 aus Genua geht hervor, dass das System damals bereits gut entwickelt war. Ähnlich ausgereifte Techniken besaß man zu dieser Zeit in Ostasien.
Die erste veröffentlichte Studie über die Buchführung verfasste 1494 der venezianische Mönch Luca Pacioli. Paciolis Werk war noch kein Lehrbuch über die doppelte Buchführung, aber es fasste Prinzipien zusammen, die im Wesentlichen unverändert gültig geblieben sind. Weitere Werke über das Rechnungswesen erschienen im Verlauf des 16. Jahrhunderts in Italien, Deutschland, Holland, Frankreich und England. Diese enthielten bereits frühe Beschreibungen des Konzepts für Guthabenposten (Betriebsvermögen), Schuldposten (Verbindlichkeiten) und Erträge.
Durch die industrielle Revolution wurden Buchführungstechniken nötig, die der Mechanisierung, dem Fabrikbetrieb und der Massenproduktion von Waren und Dienstleistungen Rechnung zu tragen vermochten. Mitte des 19. Jahrhunderts erforderte die Entstehung großer Aktiengesellschaften (siehe Gesellschaftsformen), deren Besitzer (Aktionäre) die Geschäftsführung angestellten Betriebsleitern übertrugen, eine Neudefinition des gesamten Rechnungswesens und somit auch der Buchführung.
Die Buchführung als Grundbestandteil des Rechnungswesens wird seit Mitte des 20. Jahrhunderts immer mehr mit Hilfe von Maschinen erledigt. Durch den umfassenden Einsatz von Computern wurde auch die Buchführung umfangreicher, und der Begriff elektronische Datenverarbeitung (EDV) steht nun häufig für die Buchführung als solche.