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Südseeschwindel

Südseeschwindel (englisch South Sea Bubble), von dem englischen Staatsmann Robert Harley, 1. Earl of Oxford, im Jahr 1711 vorgelegter Plan zum Abbau der Staatsschulden Großbritanniens. Dem Plan nach sollten die Schulden von Kaufleuten übernommen werden, denen die Regierung über einen bestimmten Zeitraum jährliche Zahlungen von insgesamt 2 Millionen Pfund garantierte; diese Summe sollte über Einfuhrzölle eingenommen werden. Die in der South Sea Company zusammengeschlossenen Kaufleute erhielten das Monopol auf den britischen Handel in der Südsee und in Südamerika. Im Frühjar 1720 bot die Gesellschaft an, praktisch die gesamten Staatsschulden zu übernehmen, die sich zu der Zeit auf über 80 Millionen Pfund beliefen. Es wurden alle möglichen Unternehmen gegründet, um das öffentliche Interesse am Kauf von Aktien der South Sea Company zum eigenen Vorteil auszunutzen. Durch Spekulationen sprang die Aktie bald auf das Zehnfache ihres Nominalwertes. Einige maßgebliche Persönlichkeiten stiegen aus dem Geschäft aus, der Schwindel platzte und die Aktie verfiel. Tausende von Aktionären waren ruiniert. Eine parlamentarische Untersuchung brachte die Mittäterschaft einiger Unternehmer ans Tageslicht, und auch zwei Angehörige des Hofes König Georgs I. waren in den Skandal verwickelt. Eine politische Krise konnte allerdings von Sir Robert Walpole, 1. Earl of Orford, verhindert werden, der zu dieser Zeit Schatzkanzler war. Ein Drittel ihres Eingangskapitals konnte den Aktionären zurückerstattet werden.