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| 2. | Physische Geographie |
Die stark gegliederte Küste ist eines der physiographischen Hauptmerkmale Englands. In England gibt es eine Vielfalt unterschiedlicher Naturräume. Die Hochlandregion der Pennines erstreckt sich in Nordengland. Sie besteht aus mehreren Ketten, die sich von den Cheviot Hills nach Süden bis zum Peak District direkt nördlich des Flusstales des Trent erstrecken. Die höchste Erhebung Englands ist der im Lake District gelegene Scafell Pike (978 Meter) in der Grafschaft Cumbria, die zu den landschaftlich sehenswertesten Regionen Englands zählt.
Die Region zwischen der walisischen Grenze, den südlichen Ausläufern der Pennines und dem Bristolkanal wird von Hügelland eingenommen. An dieses Gebiet schließen nach Osten in Mittelengland die Midlands an. Der flachste Teil Englands liegt östlich der Pennines und der Midlands. Er verläuft von den Yorkshire Moors (einem Hochlandausläufer der Pennines) nach Lincolnshire bis zum fruchtbaren Ackerland East Anglias. Dieses Flachland umfasst The Fens, ein in weiten Teilen trockengelegtes Marschland, sowie die breiten Mündungsgebiete einiger Flüsse wie des Ouse und des Witham.
Cornwall und Devon auf der Halbinsel im Südwesten werden von Hochländern und Mooren geprägt. Das ausgedehnteste Hochland in diesem Bereich ist Dartmoor (bis 621 Meter hoch). Das Gebiet zählt zu den rauesten Gegenden Englands. Das Landschaftsbild Südenglands wird von verschiedenen Hügelketten geprägt. Dazu gehören die Mendip Hills, die Cotswold Hills, die Chiltern Hills und die Downs, eine aus Kalk aufgebaute Hügelkette im Südosten Englands. Die South Downs treffen in der Nähe von Brighton auf die Küste, die North Downs bei Dover, wo sie in den berühmten weißen Klippen enden.
| 1. | Klima |
Das Klima Englands ist aufgrund der Nähe zu angrenzenden Meeren und vor allem des Golfstroms für die Breitenlage relativ mild. Die Jahresschwankungen der Temperatur sind entsprechend gering. Die mittlere Jahrestemperatur bewegt sich zwischen 11,1 °C im Süden und 8,9 °C im Nordosten. Die mittleren Temperaturen liegen im Juli um 16,1 °C, im Januar um 4,4 °C. In London liegen die entsprechenden Werte bei 18 °C bzw. 4,5 °C.
Der mittlere Jahresniederschlag beträgt landesweit etwa 760 Millimeter; regenreichster Monat ist der Oktober. Die Westküste erhält mehr Niederschlag als die Ostküste. Im Winter kann überall in England Schnee fallen. Am häufigsten schneit es im nördlichen Teil der Pennines.
| 2. | Flora und Fauna |
In den Tiefländern Englands wachsen Eichen und Buchen, in den bergigen Gegenden Kiefern und Birken. Jahrhundertelange Abholzung führte dazu, dass heute nur noch 7 Prozent der Gesamtfläche des Landes mit Wald bedeckt sind. Durch Wiederaufforstungsprogramme wurde die Waldfläche seit dem 2. Weltkrieg vergrößert. Im Südwesten Englands gibt es Heideland (moorlands) mit Heidekraut, Ginster, Vogel- und Blaubeeren – eine durch Weidetätigkeit und Brandrodung entstandene Kulturlandschaft. In feuchten Lagen des Berglandes entwickelten sich die in Mitteleuropa nicht vorhandenen Deckenmoore.
Die Säugetierfauna entspricht weitgehend der Mitteleuropas. Zu den Paarhufern gehören Rothirsche und Rehe sowie die eingebürgerten Damhirsche, Sikahirsche, Wasserrehe und Muntjaks; ausgerottet sind Wildschweine. In Exmoor und im New Forest gibt es halbwilde Ponys. Das Eichhörnchen wird durch das nordamerikanische Grauhörnchen verdrängt. Im Süden wurde das Benett-Känguru eingebürgert; ebenfalls ein fremdes Faunenelement ist der Mink (siehe Nerze). An den Küsten leben Seehunde und Kegelrobben. Aufgrund der langen Küstenlinien gibt es zahlreiche Arten von Meeresvögeln; im Heideland kommen Moorschneehühner vor.
| 3. | Natur- und Denkmalschutz |
Die hierfür zuständigen Regierungsressorts sind in England die Countryside Commission und das English Heritage. Anfang der neunziger Jahre waren sie für die 22 Prozent der Landesfläche verantwortlich, die als Naturparks oder Gebiete außergewöhnlicher natürlicher Schönheit ausgewiesen waren, und (was das English Heritage betrifft) für die Gebäude und Denkmäler, die von besonderer architektonischer und geschichtlicher Bedeutung sind. Auch eine Reihe ehrenamtlicher Organisationen befassen sich mit dem Naturschutz. Eine davon ist der National Trust, der sich dem Schutz großer Küstenabschnitte Englands sowie vieler Gebäude widmet. Der Schutz der wild lebenden Tiere wird hauptsächlich durch den Wildlife and Countryside Act von 1981 sichergestellt. Für bedrohte Tierarten wurden Schutzprogramme durchgeführt. In England gibt es etwa 200 staatlich geförderte Naturschutzgebiete. Diese umfassen auch die Küstennaturschutzgebiete auf Lundy vor der Küste Devons. Eine Vielzahl von Naturschutzgebieten wurden von freiwilligen Körperschaften wie der Royal Society for the Protection of Birds, der europaweit größten ehrenamtlichen Naturschutzorganisation, gegründet.
Englands Nationalparks umfassen den North York Moors Nationalpark, den Yorkshire Dales Nationalpark, den Exmoor Nationalpark, den Lake District Nationalpark, den Peak District Nationalpark und den Northumberland Nationalpark. Anders als in vielen anderen Ländern sind diese Nationalparks nicht einfach unbebaute Gebiete, die dem Schutz der Pflanzen und Tiere vorbehalten sind, sondern umfassen die landschaftlich reizvollsten Gegenden des Landes, einschließlich der Siedlungen. In diesen Regionen werden besondere Kontrollmaßnahmen bei der Raumentwicklung sowie Bestimmungen zur Förderung und Erhaltung der traditionellen Wirtschaftszweige, die diese Landschaften mitgestalteten, durchgeführt.