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Korrosion, im allgemeinen Sinne Bezeichnung für die teilweise oder vollständige Abtragung, Auflösung oder Aufweichung von Stoffen durch ihre chemische bzw. elektrochemische Reaktion mit der Umgebung. Im geologischen Sinne versteht man unter dem Begriff Korrosion die Zersetzung von Gesteinsmaterial durch Wasser mit den darin gelösten Substanzen. Im Bereich Werkstoffkunde und -technik wird der Begriff Korrosion insbesondere für die allmähliche zersetzende Wirkung natürlicher Stoffe wie feuchter Luft oder Wasser (und der darin gelösten Bestandteile) auf Metalle angewandt.
Das bekannteste Beispiel der Korrosion ist das Rosten von Eisen. Es handelt sich dabei um eine komplizierte chemische Reaktion, in deren Verlauf Eisen mit Sauerstoff und Wasser zu Eisenoxidhydrat reagiert. Das Oxid ist ein Feststoff, der als poröser Belag auf dem Metall mit fortschreitender Reaktion anwächst.
Es gibt drei Methoden, um das Eisen vor dem Rosten zu bewahren: (1) Man kann es legieren, so dass es auf chemische Art korrosionsbeständig wird; (2) man kann es mit einer Schutzschicht versehen, die mit den korrodierenden Stoffen schneller als das Eisen reagiert und somit – indem sie selbst verbraucht wird – das Eisen schützt; und (3) man kann es mit einer undurchlässigen Oberflächenbeschichtung versehen, so dass es mit Luft und Wasser gar nicht erst in Kontakt kommt. Siehe Galvanisieren; Galvanotechnik
Die effektivste Methode ist die Legierung, aber sie ist auch die teuerste. Rostfreier Stahl ist beispielsweise eine derartige Legierung. In ihm sind nur Chrom oder Chrom und Nickel zusammen mit Eisen verarbeitet. Er bietet allerdings keinen absoluten Rostschutz, ist aber widerstandsfähig gegen heiße, konzentrierte Salpetersäure.
Die zweite Methode, der Schutz mit einem unedlen Metall (siehe elektrochemische Reihe), wirkt auch zufrieden stellend, ist aber gleichfalls teuer. Am häufigsten findet man verzinktes Eisen. Bei Anwesenheit korrosiver Lösungen wird zwischen Eisen und Zink ein elektrisches Potential aufgebaut. Das Zink löst sich zuerst auf und schützt damit das Eisen. Erst wenn das Zink vollständig verbraucht ist, wird das Eisen angegriffen.
Die dritte Möglichkeit, die Oberfläche durch Beschichten mit einem undurchlässigen Stoff zu schützen, ist die kostenmäßig günstigste und daher auch am häufigsten angewandte Methode. Sie wirkt so lange zufrieden stellend, bis ein Riss in der Beschichtung auftritt. Zerreißt die Beschichtung, dann rostet das Material mindestens so schnell, als ob überhaupt kein Schutz da wäre. Besteht die Schutzschicht aus einem reaktionsträgen Metall (beispielsweise aus Zinn oder Chrom), baut sich ähnlich wie bei Methode zwei ein elektrisches Potential auf. Die besten Schutzschichten bestehen aus thermisch behandelten Emaillen, die billigsten sind Anstrichstoffe wie Bleimennige.
Einige Metalle (beispielsweise Aluminium) bilden infolge von Korrosion eine dünne, beständige Oxidschicht auf der Metalloberfläche (Eloxalschicht). Diese Schutzschicht bewahrt es vor weiterer schneller Korrosion. Auch Blei und Zink werden durch ähnliche Oxidfilme vor Korrosion geschützt. Kupfer korrodiert langsam durch Luft, Wasser und sehr schwache Säuren, z. B. Kohlensäure (Siehe Carbonate). Es entsteht ein grünes, poröses, basisches Kupfercarbonat. Diese grünen Korrosionsprodukte werden Patina genannt. Sie bilden sich auf Kupferlegierungen (z. B. auf Messing und Bronze). Man sieht sie oft auf Plastiken und Zierdächern.
Die Edelmetalle sind chemisch so reaktionsträge, dass sie nicht oder nur sehr gering an der Luft korrodieren. Silber, Gold und Platin gehören dazu. Luft, Wasser und Schwefelwasserstoff können allerdings gemeinsam auf Silber einwirken. Der Schwefelwasserstoffgehalt der Atmosphäre ist aber normalerweise so gering, dass man die Korrosion vernachlässigen kann. Nur die schwarze Verfärbung des Silbers (man sagt auch, es beschlägt), die man oft auf altem Schmuck und Silberbesteck beobachten kann, ist auf die Bildung von Silbersulfid zurückzuführen.
Der Begriff Korrosion wurde ursprünglich nur auf Metalle angewandt. Heutzutage umfasst er grundsätzlich alle Werkstoffe, Baustoffe oder Kunststoffe. Glas korrodiert beispielsweise durch starke basische Lösungen und Beton durch sulfathaltiges Wasser. Die Korrosionsbeständigkeit von Glas und Beton kann durch Änderungen in ihren Zusammensetzungen stark verbessert werden.
Siehe Korrosionsschutz