| Suchansicht | Abu Bakr | Artikelansicht |
Abu Bakr (um 573 bis 634), erster islamischer Kalif und einer der ersten Anhänger Mohammeds. Abu Bakr wird von den Sunniten als erster der vier „rechtmäßigen” Kalifen verehrt. Die Mehrheit der Schiiten dagegen glaubt, dass er das Kalifat von dem Cousin und Schwiegersohn des Propheten, Ali Ibn Abi Talib, usurpiert habe, und sieht in ihm somit den ersten unrechtmäßigen Kalifen.
Abu Bakr war einer derjenigen, die den Propheten Mohammed auf seiner Emigration (Hidjra) im Jahre 622 von Mekka nach Medina begleiteten. Während der Reise verheiratete Abu Bakr seine Tochter Aischa mit Mohammed, die bald zur Lieblingsfrau des Propheten wurde. Nach ihrer Ankunft in Medina stieg Abu Bakr zu einem der führenden „Emigranten” (Muhajirun) in Mohammeds wachsender islamischer Gemeinde auf und wurde bald zu einem der engsten Berater des Propheten.
Kurz vor Mohammeds Tod wurde Abu Bakr dazu erwählt, die große Pilgerfahrt (Hadsch) nach Mekka zu führen und anschließend die Gebete in Medina, der Hauptstadt des von Mohammed gegründeten islamischen Staatswesens auf der Arabischen Halbinsel, zu leiten.
Nach dem Tod Mohammeds 632 übernahm Abu Bakr als erster Kalif die Herrschaft im islamischen Gemeinwesen. Sein Hauptanliegen war es, die Aufstände der vom Islam abgefallenen Araberstämme niederzuschlagen und die Stämme wieder in die Gemeinschaft einzugliedern. 633 konnte Abu Bakr die Abtrünnigen unterwerfen und Zentralarabien unter seine Kontrolle bringen. 634 leitete er mit Feldzügen nach Syrien und in den Irak die islamischen Eroberungszüge ein und schuf damit die Grundlage für das spätere Kalifenreich. Er starb am 23. August 634.