Jerusalem
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Jerusalem
3. Stadtbild

Jerusalems Altstadt wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Sie ist seit dem Mittelalter in einen armenischen (Südwesten), einen christlichen (Nordwesten), einen jüdischen (Südosten) und einen muslimischen Teil (Nordosten) untergliedert und wird von einer aus dem 16. Jahrhundert stammenden, bruchstückhaft erhaltenen Stadtmauer umgeben. Die Mauer umfasst mehrere Türme sowie acht Tore. Im christlichen Teil liegt das Neue Tor, an der Grenze zum armenischen Teil das Jaffa-Tor und zum muslimischen Teil das Damaskus-Tor. Der muslimische Teil enthält das Herodes-Tor und das Stephans-Tor. Im jüdischen Teil befindet sich das Zion-Tor; südwestlich davon erhebt sich der Berg Zion mit dem Grab König Davids.

Östlich der Altstadt befindet sich der Ölberg mit dem Garten Gethsemane. Nördlich, westlich und südlich der Altstadt breitet sich die Neustadt aus, die sich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt hat. Sie erstreckt sich über die umliegenden Hügel bis in das wüstenhafte Umland der Stadt. Die breiten Straßen und die modernen Wohn- und Geschäftsgebäude der Neustadt bilden einen starken Kontrast zu den engen Gassen und einfachen Behausungen der Altstadt.

Die Altstadt ist den Christen heilig, da sie der Ort der Leidensgeschichte, Kreuzigung und Auferstehung von Jesus Christus ist. Den Juden ist sie als Hauptstadt des ersten jüdischen Königreiches heilig. Für die Muslime ist die Altstadt heilig, weil hier die Himmelfahrt des Propheten Mohammed stattgefunden haben soll. Wichtige christliche Stätten sind die Grabeskirche (auf den Grundmauern einer Basilika aus dem 4. Jahrhundert erbaut) und die Via Dolorosa. Die etwa 400 Meter lange, von den Juden Westliche Mauer genannte Klagemauer ist der Überrest des Großen Tempels, der von Herodes dem Großen (König von Judäa) erbaut worden war. Bedeutende muslimische Bauwerke sind der Felsendom und die Al-Aksa-Moschee.

In der Neustadt befinden sich die Knesset (das israelische Parlament) und zahlreiche kulturelle Einrichtungen. Zu den bekanntesten zählen diverse Museen (u. a. Bazabel-Museum für Volkskunst und Folklore, Rockefeller-Museum für Archäologie), Gedenkstätten (z. B. Yad Vashem mit dem 2005 eröffneten neuen Holocaust-Museum), Archive (Zionistisches Zentralarchiv) und Bibliotheken (Gulbenkian-Bibliothek, Jüdische Nationalbibliothek).