Adel
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Adel
3. Frankreich

In Frankreich nahm der Adel seit dem Hochmittelalter eine andere Entwicklung als in Deutschland. Hier war der Adel durch ein anders strukturiertes Lehenssystem stärker auf das Königtum ausgerichtet, und das Königtum verstand es, seine Autorität gegenüber dem Hochadel, der auch in Frankreich über umfangreichen Landbesitz als Grundlage seiner Macht verfügte, zu wahren. Nach dem Hundertjährigen Krieg gelang es der Krone, gegen den Widerstand des Adels einen streng zentralisierten Staat aufzubauen; mit der Niederschlagung der Fronde durch Ludwig XVI. war der Widerstand des alten Adels gegen das absolutistische Königtum Mitte des 17. Jahrhunderts endgültig gebrochen. Der Adel war nun weitgehend aus der Politik verdrängt; Teile des Hochadels richteten sich bei Hofe als in der Regel politisch einflussloser Hofadel ein, der niedere Adel wurde durch Aufgaben in Armee und Verwaltung vom politischen Tagesgeschehen ferngehalten. Zu Beginn der Französischen Revolution 1789 verzichtete der französische Adel auf Titel und Privilegien; trotzdem wurden viele Adelige während der Revolution umgebracht. Ab 1804 schuf Napoleon unter Rückgriff auf den alten Adel einen neuen; 1848 verlor der französische Adel wiederum alle Privilegien, blieb aber trotzdem bis zum Ende des 19. Jahrhunderts die gesellschaftlich bestimmende Kraft in Frankreich.