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England |
In England wurde der angelsächsische Hochadel nach der Einnahme des Landes durch Wilhelm den Eroberer durch eine normannische Adelsschicht ersetzt. Dieser normannische Adel war zunächst dem König straff untergeordnet und stand in enger Abhängigkeit zu ihm; aber seit dem 12. Jahrhundert konnten sich die Barone zunehmend politischen Einfluss erkämpfen und mit der Magna Charta 1215 die gesetzmäßige Fixierung ihres Mitspracherechtes erwirken. Ab dem 13. Jahrhundert entstand neben dem normannischen Hochadel ein niederer Adel angelsächsischer Herkunft, die Gentry, die dem Königtum zeitweise als Gegengewicht zum Hochadel, der das Parlament dominierte, diente. Bedingt durch den Hundertjährigen Krieg und die Rosenkriege waren bis zum Ende des 15. Jahrhunderts die meisten der alten normannischen Hochadelsgeschlechter verschwunden, und die Gentry konnte ihren Aufstieg nehmen; der seit dem 16. Jahrhundert durch königliche Förderung neu entstandene Hochadel aber blieb von der Herrschaft weitgehend ausgeschlossen. 1832 wurde der Hochadel, die Peers, parlamentarisch auf das Oberhaus beschränkt, und 1909/1911 verlor er mit der Abschaffung des Vetorechtes des Oberhauses auch seine Funktion als letzte gesetzgeberische Instanz. Anders als etwa in Deutschland und Frankreich waren die Grenzen des Adels in England nach oben und nach unten relativ durchlässig, und ebenso wie auf dem Kontinent behielt der englische Adel trotz aller Einschränkungen bis ins 20. Jahrhundert seine Führungsrolle in Gesellschaft und Politik.
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