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Martial

Martial, vollständiger Name Marcus Valerius Martialis, (um 40 bis ca. 104), spanisch-römischer Dichter, einer der bedeutendsten Epigrammatiker der Antike. Seine Texte geben eine lebensechte und häufig wenig schmeichelhafte Darstellung Roms in der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts.

Martial wurde im spanischen Bilbilis geboren und ging um 64 nach Rom, wo er zunächst – abhängig von seinen Gönnern – in ärmlichen Verhältnissen lebte. Zu seinen Freunden zählten viele Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, darunter Plinius der Jüngere, Juvenal und Quintilian. Gefördert wurde er auch von Kaiser Titus, der ihn zum Ritter ernannte, und später von Domitian. Nach rund 35 Jahren in Rom kehrte Martial im Jahr 98 nach Spanien zurück, wo er wenige Jahre später starb.

Martials Liber spectaculorum, sein ältestes erhalten gebliebenes Werk, rühmt die von Titus initiierten Festspiele anlässlich der Eröffnung des Kolosseums im Jahr 80. Sein eigentlicher Ruhm beruht auf seinen zwölf Bücher umfassenden Epigrammata (86-102). Später erschienen noch die als Begleitgedichte für die Saturnalienfeste gedachten Bücher Xenia und Apophoreta. Martials Epigramme sind in verschiedenen Versmaßen und Strophen verfasst und kritisieren allgemein menschliche Schwächen. Sie sind durch eine genaue, teilweise zynische Betrachtungsweise der menschlichen Natur und durch geistreiche, bissige Formulierungen gekennzeichnet. Viele seiner Epigramme sind an seine Gönner gerichtet. In einigen beklagt er die Gemeinheit von Mäzenen, in anderen bittet er um Leihgaben oder Geschenke. Insgesamt vermittelt Martials Werk eine lebhafte Vorstellung des Lebens in Rom während des 1. Jahrhunderts. Der pointierte, treffsichere Ausdruck der Epigramme Martials wurde zum Vorbild für die Form des modernen Epigramms und regte über Jahrhunderte zur Nachahmung an. Unter anderem ist seine Wirkung in den Werken Gryphius’, Lessings, Goethes und Schillers spürbar.