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| 1. | Einleitung |
Wasser, gebräuchlicher Name für die Wasserstoff-Sauerstoff-Verbindung mit der chemischen Formel H2O.
Die Philosophen des Altertums betrachteten Wasser als das Element, das allen flüssigen Eigenschaften zu Grunde liegt. In vielen Kulturen der Erde nahm Wasser als symbolischer Urbeginn der Welt eine zentrale Rolle in den jeweiligen Schöpfungsmythen ein. Lange Zeit betrachtete man Wasser als eine Art Grundelement. 1781 synthetisierte der britische Chemiker Henry Cavendish Wasser, indem er eine Mischung aus Wasserstoff und Luft zur Explosion brachte. Die Ergebnisse dieses Experiments konnten allerdings erst zwei Jahre später richtig interpretiert werden, als Antoine Laurent Lavoisier anregte, dass Wasser kein Element, sondern eine Verbindung aus Sauerstoff und Wasserstoff sei. In einer wissenschaftlichen Abhandlung wies im Jahr 1804 Joseph Louis Gay-Lussac zusammen mit seinem Freund Alexander von Humboldt nach, dass Wasser aus zwei Teilen Wasserstoff und einem Teil Sauerstoff besteht, was in der bis heute gültigen Formel H2O ausgedrückt wird.
Der amerikanische Chemiker Harold Clayton Urey entdeckte 1932 im Wasser eine geringe Menge (1 Teil in 6 000 Teilen) an so genanntem schweren Wasser oder Deuteriumoxid (D2O). Deuterium ist das Wasserstoffisotop mit der relativen Atommasse 2. 1951 fand dann der amerikanische Chemiker Aristid Grosse, dass natürlich vorkommendes Wasser auch noch winzige Spuren an Tritiumoxid (T2O) enthält. Tritium ist ein weiteres Wasserstoffisotop. Es hat die relative Atommasse 3. Siehe Atom
Eine besondere, künstliche Form von Wasser konnte ein amerikanisches Forscherteam Ende 1998 herstellen. Beim so genannten „positronischen Wasser” sind die beiden Wasserstoffatome eines Moleküls gegen zwei Positroniumatome ausgetauscht worden. Herkömmlicher Wasserstoff setzt sich aus einem Proton und einem Elektron zusammen, während Positronium aus Positron und Elektron besteht. Berechnungen zufolge ist die chemische Bindung zwischen Sauerstoff und Positronium wie erwartet schwächer als zwischen Sauerstoff und Wasserstoff im normalen Wassermolekül – viermal schwächer.