Indonesien
Klicken Sie im Menü Datei auf Drucken, um die Informationen zu drucken.
Indonesien
4. Bildung und Kultur
1. Bildungswesen

Es besteht eine Schulpflicht von sechs Jahren. Auf sechs Jahre Grundschule folgen drei Jahre „junior level” und danach weitere drei Jahre „senior level”. Die Alphabetisierungsrate liegt bei etwa 89,5 Prozent (2005). Das Schulsystem gleicht dem der Niederlande, bei dem die Lehrpläne der höheren Schulen in die Schwerpunkte Mathematik, Sprachen und Wirtschaft unterteilt werden. Englisch ist Pflichtfach, Deutsch kann ab der 12. Klasse zusätzlich gewählt werden.

Indonesien besitzt etwa 50 staatliche und mehr als 1 000 private Hochschulen, an denen etwa 1,2 Millionen Studenten eingeschrieben sind, das sind 5 Prozent eines Jahrgangs. Zu den Lehranstalten mit den höchsten Studentenzahlen zählen die University of Indonesia (gegründet 1950) in Jakarta, die Pajajaran State University (1957) in Bandung und die Gajah Mada University (1949) in Yogyakarta.

2. Kultureinrichtungen

In Indonesien gibt es etwa 20 große Bibliotheken, vor allem in den Städten Bandung, Bogor, Jakarta und Yogyakarta. Das Staatsarchiv und die Bibliothek des Nationalmuseums (360 000 Bände) befinden sich in Jakarta, wie auch die Nationalbibliothek (750 000 Bände) mit einer Reihe Sondersammlungen. Das Bali Museum befindet sich in Denpasar.

3. Kunst, Musik und Literatur

Die indonesische Kultur hat Einflüsse der verschiedenen hier ansässigen ethnischen Gruppen und ihrer Kulturen aufgenommen. Hinduismus und Buddhismus prägten vor allem die Architektur und Bildhauerei des Landes (siehe buddhistische Architektur). Der arabische Einfluss weitete sich seit dem 13. Jahrhundert vor allem über die Lehren des Islam aus (siehe islamische Kunst und Architektur). Ferner haben südostasiatische und polynesische Kulturen die Inseln geprägt und nicht zuletzt chinesische und holländische Bevölkerungsgruppen. Zu den bedeutendsten Gegenwartsautoren Indonesiens gehört der 1925 geborene Pramoedya Ananta Toer, der unter dem Suharto-Regime Repressionen ausgesetzt war. Offiziell sind seine Bücher in Indonesien bis heute verboten. Mehrere seiner Romane sind in deutscher Übersetzung erschienen.

Zu Musik, Tanz und Kunst siehe indonesische Musik; indonesischer Tanz; südostasiatische Kunst und Kultur; ozeanische Kunst und Architektur.

4. Medien

Der staatliche Rundfunk Radio Republik Indonesia betreibt 49 lokale und regionale Sendeanstalten und erreicht ungefähr 32,8 Millionen Empfänger. Das gesamte Rundfunkwesen untersteht dem Informationsministerium. Eine staatliche Fernsehanstalt nahm 1962 den Sendebetrieb auf und versorgt schätzungsweise 32 Millionen Empfänger; private Fernsehanstalten senden seit 1989. Auch im Bereich des Pressewesens besteht staatliche Kontrolle in Form eines Presserates. Mitte 1994 wurden den drei größten Wochenzeitungen Editor, De Tik und Tempo die Lizenzen entzogen, da diese kritisch über die Lage in Osttimor berichtet hatten. Der größte Teil der indonesischen Tageszeitungen, wie z. B. Kompas, Pos Kota und Berita Buana, erscheint in Jakarta. Die Lage der Pressefreiheit wird von der internationalen Organisation Reporter ohne Grenzen als „besorgniserregend” eingeschätzt. Kritische Journalisten müssen in Indonesien mit Repressalien rechnen. In den letzten Jahren wurden vor allem in Osttimor mehrere Journalisten getötet.