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| 2. | Land |
Die indonesischen Inseln befinden sich auf dem als Sundaplatte bezeichneten südöstlichsten Teil der Eurasischen Platte (siehe Plattentektonik). Sie bestehen überwiegend aus kristallinen Gesteinen, die von Sand- und Kalksteinschichten überlagert werden. Mit Ausnahme von Borneo sind die Inseln durch aktiven Vulkanismus, verbunden mit starker Erdbebentätigkeit, gekennzeichnet. Ihre tektonische Labilität basiert auf der Lage im Grenzbereich zur Indisch-Australischen Platte (siehe Sundagraben) im Westen und Süden sowie zur Philippinischen Platte im Nordosten.
| 1. | Physische Geographie |
Der überwiegende Teil der Landesfläche wird von den Gebirgen des Sundasystems eingenommen. Nur auf den größeren Inseln Sumatra, Borneo, Java und Neuguinea gibt es ausgedehnte Küstentiefländer, auf den meisten kleineren Inseln dagegen reichen die Gebirgsketten bis nahe an die Küste. Eine aus rund 300 Vulkanen bestehende Gebirgskette verläuft bogenförmig im Süden von Sumatra über Java und die Kleinen Sunda-Inseln bis zu den Molukken. Mehr als 70 dieser Vulkane brachen seit 1600 aus, wie etwa auf Krakatau 1883.
Der Puncak Jaya in Papua ist mit 5 030 Metern der höchste Berg Indonesiens. Die höchsten Gipfel im Westen sind der Kerinci (3 805 Meter) auf Sumatra, der Rinjani (3 726 Meter) auf Lombok und der Semeru (3 676 Meter) auf Java.
Größter See des Landes ist der im Nordwesten Sumatras gelegene Tobasee mit 1 146 Quadratkilometern. Längster Fluss ist der Kapuas mit 1 150 Kilometern; er fließt ebenso wie die nächstlängeren Flüsse (Barito und Mahakam) auf Borneo.
| 2. | Klima |
Der Lage in den Tropen entsprechend sind die jahreszeitlichen Temperaturschwankungen gering. Die mittlere Jahrestemperatur liegt in den Küstenregionen um 27 °C, die mittleren Monatstemperaturen weichen davon nur um maximal 1 °C ab.
Im Gegensatz dazu gibt es bei den Jahresniederschlägen regionale Unterschiede. Auf Sumatra, dem westlichen Teil Javas, Borneo, Celébes, den Molukken und Papua ist das Klima tropisch-immerfeucht. Die Niederschläge fallen gleichmäßig über das Jahr verteilt; der mittlere Jahresniederschlag beträgt 3 000 bis 4 000 Millimeter, im Gebirge werden bis 6 000 Millimeter erreicht. Tropisch-wechselfeuchtes Klima herrscht im östlichen Teil Javas und auf den Kleinen Sunda-Inseln. Hier lassen sich drei Jahreszeiten unterscheiden: eine vom Monsun bestimmte Regenzeit, eine Nachmonsunzeit und eine Trockenzeit. Der mittlere Jahresniederschlag liegt in diesen Gebieten zwischen 2 000 und 3 000 Millimetern.
| 3. | Flora und Fauna |
In den Tiefebenen Indonesiens war tropischer Regenwald ursprünglich die dominierende Vegetation, die etwa 60 Prozent der Landesfläche bedeckte. Insbesondere in den achtziger und neunziger Jahren wurde der Regenwald in dramatischer Weise durch Raubbau, aber auch durch Waldbrände dezimiert und großenteils in wirtschaftlich weitgehend wertlose Grasfluren umgewandelt. Gebietsweise, etwa auf Java, ist der Regenwald praktisch vollständig vernichtet. Verheerende Waldbrände führten im Herbst 1997 (vor allem auf Borneo und Sumatra) sowie im Januar 1998 (auf Borneo) zu erheblichen Zerstörungen der Flora und Fauna in den betroffenen Gebieten. Zu dieser Zeit herrschte eine anhaltende Dürre, wobei die Brände offensichtlich durch Brandrodung entfesselt wurden. Die Rauchwolken der Feuersbrunst breiteten sich über große Teile Südostasiens aus und führten in weiten Gebieten Indonesiens zu extremer Smogentwicklung und -belastung. Schätzungen zufolge fiel nahezu eine Million Hektar Wald den Flammen zum Opfer.
In höheren Lagen gedeihen Nebelwälder oder Koniferen. In Teilen Ostsumatras und Süd- und Westborneos gibt es ausgedehnte Moor- und Süßwassersumpfwälder mit Sagopalmen. Die Küsten werden häufig von Mangroven gesäumt. Wo Trockenzeiten auftreten, findet man Monsunwälder mit laubwerfenden Arten. In Indonesien gibt es eine Vielzahl von Orchideen, auf Sumatra ist die Riesen-Rafflesie heimisch. Außerdem stammen einige Gewürzpflanzen aus dem östlichen Teil des Archipels, darunter Muskatnussgewächse und Gewürznelkenbäume.
Von den Tierarten sind manche auf bestimmte Inseln begrenzt. So findet man den Orang-Utan nur auf Sumatra und Borneo, den Sumatra-Tiger auf Sumatra und Java, das Banteng-Wildrind auf Java und Borneo, den Nasenaffen lediglich auf Borneo, Elefanten, Tapire und Siamangs nur auf Sumatra. Der Komodowaran ist die größte lebende Echsenart, er besiedelt nur Komodo und zwei benachbarte kleine Inseln. In Schutzgebieten auf Java und Sumatra gibt es kleine Bestände des vom Aussterben bedrohten Java- und Sumatranashorns. Auf Celébes und einigen Molukkeninseln kommt der Hirscheber vor. Im Süden Indonesiens, auf Celébes und auf den Molukken umfasst die Tierwelt sowohl asiatische als auch australische Arten. Zur Fauna auf Timor gehören ausschließlich australische Tierarten, wie etwa die Kuskuse, eine Gattung der Kletterbeutler. In Indonesien gibt es eine große Vielfalt an Vogelarten, z. B. Paradiesvögel, Nashornvögel, Laubenvögel und Beos.
Indonesien hat im Rahmen des Biosphäreprogramms der UNESCO sechs entsprechende Gebiete eingerichtet. Von der Gesamtfläche Indonesiens stehen 9,1 Prozent (1997) unter Naturschutz.