Lateinamerika
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Lateinamerika
2. Kolonisierung

Beginnend mit den Seereisen Christoph Kolumbus’ von 1492 bis 1504 segelten Europäer unter spanischer und portugiesischer Flagge in die Neue Welt. Die Spanier drangen von ihrem ersten Stützpunkt auf den Westindischen Inseln nach Mittelamerika, Mexiko und Peru vor und unterwarfen die dort ansässige Bevölkerung. Bis zum Ende des 16. Jahrhunderts nahmen sie große Teile Süd-, Mittel- und Nordamerikas bis hin zur heutigen Grenze der Vereinigten Staaten in Besitz. Die Portugiesen ließen sich an der Küste Brasiliens nieder. Die Eroberer zwangen den Einheimischen die spanische bzw. portugiesische Sprache und Kultur auf und versuchten, die auf der römischen Traditon beruhenden Vorstellungen von Gesetz, Verwaltung und Rechtswesen auf dem Kontinent durchzusetzen.

Der römisch-katholische Klerus „bekehrte” die Indianer zur hispanisch-christlichen Kultur. Diese wurde damit zum wichtigsten Bildungsträger in den Kolonien, errichtete Hospitäler und andere soziale Einrichtungen. Neben den königlichen Regierungen war sie auch der größte Landbesitzer in den Kolonien. Mitglieder des Klerus hatten gehobene Positionen in der Regierung inne und waren als Bankiers tätig.