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Schmierstoffe, Stoffe, die auf Lager-, Leit- oder Kontaktflächen aufgebracht werden, um die zwischen beweglichen Teilen entstehende Reibung zu verringern. Natürliche Schmierstoffe sind beispielsweise bestimmte organische Öle und Mineralöle, pflanzliche Fette oder auch Graphit. Zu den synthetischen Schmierstoffen gehören u. a. Siliconöle und Spezialstoffe, die z. B. bei sehr hohen Temperaturen eingesetzt werden. Solche Stoffe können in Form von Beschichtungen (Gleitlacken) vorliegen, die eine Selbstschmierung der beweglichen Teile ermöglichen. Sie sind aber auch in Form von Ölen erhältlich, die bei der Zersetzung keine Reibung verursachende Rückstände hinterlassen.
Früher waren Pflanzenöle und tierische Fette und Öle die Hauptgrundstoffe für Schmierstoffe. Seit dem späten 19. Jahrhundert werden über 90 Prozent der Schmierstoffe aus Erdöl oder Schieferöl gewonnen. Eine besondere Form von Schmiermittel mit extrem guten Schmiereigenschaften stellten israelische Wissenschaftler im Juni 1997 vor: Mit Hilfe eines speziellen Verfahrens gelang es ihnen die Molekülform von Wolframdisulfid der Form von Fullerenen anzugleichen. Durch die besondere fußballartige Form haften diese Moleküle nicht wie andere Schmiermittelmoleküle am Material.
Die Kennzeichen eines guten Schmierstoffes sind Dichte, Unempfindlichkeit gegenüber korrodierenden Säuren, Konsistenz, geringer Reibungs- oder Zugwiderstand, hoher Brenn- und Flammpunkt und geringe Neigung zu Oxidation und Verfestigung. All diese Eigenschaften können mit chemischen Prüfverfahren bestimmt werden (beispielsweise siehe Isotopentracer).
Durch Schmierstoffe werden mechanische Vorgänge erleichtert. Einige Schmierstoffe dienen gleichzeitig als Kühlmittel und verhindern, dass das Material durch die Einwirkung von Wärme verformt wird. Bei starken Belastungen, bei denen ein Energieverlust durch die innere Reibung des Schmierstoffes vermieden werden muss, wird ein als Grenzschmierung bezeichnetes Verfahren mit einem sehr dünnen Schmierfilm angewandt. Bei Maschinen, in denen beim Betrieb nur mäßige Bewegungen oder Schwingungen auftreten, arbeitet man mit der Vollschmierung (auch Flüssigkeitsschmierung genannt), bei der der Schmierfilm dicker ist. Heute werden Schmierstoffe meist mechanisch zugeführt, da dies eine bessere Steuerung der Zufuhr erlaubt. Die Zufuhr erfolgt gewöhnlich über Ventile, umlaufende Ringe oder Ketten, Eintauchvorrichtungen, Spritzvorrichtungen oder zentrale Speicher und Pumpen. Fette werden beispielsweise mit Hilfe von Pressen oder Pumpen aufgebracht.