Ukraine
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Ukraine
2. Land
1. Physische Geographie

Die Ukraine erstreckt sich von Westen nach Osten über etwa 1 300 Kilometer, die größte Nord-Süd-Ausdehnung beträgt rund 900 Kilometer. Das Gebiet der Ukraine umfasst vorwiegend den südwestlichen Teil des Osteuropäischen Tieflandes. Im äußersten Westen durchziehen die Karpaten das Land. Hier befindet sich die höchste Erhebung der Ukraine, der 2 061 Meter hohe Gowerla. Als weitere Gebirgsregion erhebt sich das bis zu 1 545 Meter hohe Krimgebirge im Süden der Halbinsel Krim. Beide Gebirge entstanden während der alpidischen Gebirgsbildung. Die längsten Flüsse des Landes münden in das Schwarze Meer; hierzu gehören die Donau im äußersten Südwesten, der Südliche Bug und der Dnjestr im Westen, der Dnjepr in den zentralen Landesteilen und der Donez im Osten. Der Westliche Bug strömt nordwärts durch den westlichen Teil des Landes und fließt in die Weichsel, die dann in die Ostsee mündet.

Ausgedehnte Niederungen erstrecken sich im Nordwesten der Ukraine, entlang den Ufern des Hauptflusses Dnjepr und an der Küste des Schwarzen Meeres. Die Küste wird durch zahlreiche Buchten gegliedert. Diese sind als typische Limane (u. a. Dnjepr-Liman, Dnjestr-Liman) ausgeprägt; dies sind Mündungsgebiete, die durch nacheiszeitlichen Anstieg des Meeresspiegels überflutet wurden und durch die Entwicklung von Nehrungen in weiten Teilen vom Meer abgeschnitten wurden.

2. Klima

In der Ukraine herrscht ein gemäßigt kontinentales Klima vor. Der ozeanische Einfluss des Schwarzen Meeres macht sich nur im Süden der Halbinsel Krim bemerkbar, wo subtropisches Mittelmeerklima auftritt. Der kontinentale Charakter des Klimas nimmt von Westen nach Osten zu; entsprechend steigen auch die Jahresschwankungen der Temperatur. Die mittleren Temperaturen der Wintermonate reichen von -8 bis 2 °C, während die mittleren Temperaturen im Sommer zwischen 17 und 25 °C liegen. In den Wintermonaten kommt es an der Schwarzmeerküste zur Eisbildung; kein Hafen der Ukraine ist das gesamte Jahr über eisfrei. Die Niederschläge nehmen von Norden nach Süden ab; in den Karpaten fallen mit jährlich über 1 500 Millimetern die meisten und in den Küstenebenen am Schwarzen Meer mit weniger als 300 Millimetern die geringsten Niederschlagsmengen.

3. Flora und Fauna

Der Flächen- und Gebietsschutz umfasst mehrere Nationalparks sowie zahlreiche besonders geschützte Reservate und Jagdgebiete. Ferner weist die Ukraine drei Biosphärenreservate auf. Insgesamt steht 3,4 Prozent (2007) des Landes unter Naturschutz. Die ursprüngliche Vegetation des Landes war in drei etwa parallel zu den Breitenkreisen verlaufende Vegetationsgürtel gegliedert. Mischwald mit Erlen, Eichen, Hainbuchen, Kiefern und Fichten als dominierenden Baumarten prägte den nördlichen Teil des Landes, Waldsteppenzonen mit Rhododendren, Wacholder und Holunder die mittlere Zone und Steppenvegetation den südlichen Gürtel. Heute ist ein Großteil der ursprünglichen Vegetation landwirtschaftlichen Nutzflächen gewichen. In den zentralen und südlichen Landesteilen der Ukraine sind die überaus fruchtbaren, lößhaltigen Schwarzerdeböden (russisch Tschernosem) verbreitet. Sie nehmen insgesamt fast zwei Drittel der Landesfläche ein.

Auch die Tierwelt wurde durch die Intensivierung der Agrarnutzung stark eingeschränkt, so dass ein Großteil der ursprünglichen Fauna verschwand. In den Karpaten leben noch Wölfe, Braunbären und Luchse, weitere Raubtiere sind Marderhund, Wildkatze, Steppeniltis und Tigeriltis. Zu den Nagetieren der Steppe gehören Perlziesel, Blindmäuse, Birkenmäuse und Zwerghamster. Die Paarhuferfauna besteht aus Wildschwein, Reh, Damhirsch, Rothirsch und Elch. Großvögel der Ukraine sind die vor allem im Bereich des Schwarzen Meeres verbreiteten Reiher (u. a. Rallen-, Seiden-, Silber- und Purpurreiher), Sichler und Löffler, sowie Geier, Adler (u. a. See-, Schlangen-, Schell- und Kaiseradler), Weißstorch und Großtrappe.