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| 3. | Mondoberfläche |
Bereits mit bloßem Auge kann man von der Erde aus helle und dunkle Strukturen sowie einige Krater auf der Mondoberfläche erkennen. Mit dem Teleskop betrachtet, erweisen sich die hellen Strukturen vor allem als Gebirge, die dunklen meistens als weite Ebenen. Für die Oberflächenstrukturen wurden Bezeichnungen aus der Geographie übernommen, üblicherweise auf Lateinisch wie etwa Mare (Plural Maria) für Meer oder Mons für Berg und Montes (Plural von Mons) für Gebirge. Mit Ausnahme der Krater tragen die einzelnen Strukturen zweiteilige Namen, bestehend aus dem Gattungsnamen (z. B. Mare) und dem Eigennamen, wie etwa Mare Serenitatis („Meer der Heiterkeit”) oder Montes Alpes. Die Krater tragen nur Eigennamen, meistens die Namen oder Vornamen berühmter Forscher in englischer Schreibweise wie Copernicus, Kepler oder Tycho. Weitere Strukturen auf der Mondoberfläche sind u. a. Rimae (Rillen), Rupes (Verwerfungen) und Valles (Täler) sowie Dome (kreisrunde Vulkankegel).
Die Mondoberfläche ist Einschlägen von Körpern (z. B. Asteroiden, Meteoroiden) aus dem Raum und Teilchen des Sonnenwindes ausgesetzt, die im Lauf der Zeit für eine allmähliche Erosion des Mondbodens sorgten. Vor allem während seiner Anfangsphase (vor rund vier Milliarden Jahren) wurde der Mond so heftig mit größeren Brocken bombardiert, dass seine Oberfläche durch die dabei entstandene Hitze an manchen Stellen schmolz. Heute wird die Oberfläche von einer mehrere Meter dicken Schicht aus Trümmerschutt bedeckt, der sich vor allem in den Maria und Kratern anhäuft. Dieses Material wird Regolith genannt und besteht überwiegend aus weniger als zwei Millimeter großen Teilchen (Mondstaub), die mit Gesteinsglas und Gesteinsbruchstücken (Brekzien) vermischt sind, wobei auch größere Gesteinsbrocken eingebettet sein können. Neben dem Regolith kennt man zwei Grundtypen von Mondgestein: die vor allem in den Maria anzutreffenden Basalte, die im Vergleich zu irdischen Basalten einen deutlich höheren Titananteil aufweisen, und die feldspathaltigen Gesteine der Hochländer (Terrae), die im Vergleich zu irdischen Feldspäten einen hohen Anteil an leichten Metallen wie Aluminium und Calcium besitzen.
Neben den Hauptmineralen, die man auch in irdischen Gesteinen findet, wurden auf dem Mond Gesteine und Isotope entdeckt, die nicht auf der Erde vorkommen. Zu ihnen zählen z. B. das Armalcolit (Fe,Mg)Ti2O5, das nach der Besatzung von Apollo-11 (Armstrong, Aldrin, Collins) benannt wurde, und das Isotop Neptunium 237. Einige Mondgesteine sind schwach magnetisch und lassen den Schluss zu, dass der Mond zumindest bei der Bildung der Gesteine vor rund vier Milliarden Jahren ein Magnetfeld besaß, das aber im Lauf der Zeit fast vollständig verschwand.