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| 2. | Land |
Äthiopien ist das höchstgelegene Land im tropischen Afrika. 50 Prozent seiner Fläche liegen höher als 1 200 Meter und mehr als 25 Prozent liegen über 1 800 Meter. Das Landesinnere wird durch das Äthiopische Hochland bestimmt, das mehr als die Hälfte der Gesamtfläche des Landes einnimmt. Die Hochfläche wird von Nordost nach Südwest diagonal durch den abflusslosen und von jungen Vulkanen durchsetzten Äthiopischen Graben, einem Teil des Ostafrikanischen Grabensystems, geteilt. Höchster Berg des Landes ist mit 4 620 Metern der Ras Dashen. Der Tanasee, aus dem der Blaue Nil entspringt, liegt ebenfalls im Norden des Landes. Die nordöstlichen Ränder des Plateaus sind durch schroffe Steilhänge gekennzeichnet, die 1 200 Meter oder mehr zur Küstenebene und der Danakilwüste abfallen. Entlang des weniger hohen westlichen Plateaurandes geht die Hochfläche langsam in die Wüsten des Sudan über. An den südlichen und südwestlichen Rändern fällt das Hochland zum Turkanasee (dem früheren Rudolfsee) im benachbarten Kenia ab. Seit der Abspaltung Eritreas 1993 hat Äthiopien keinen direkten Zugang zur Küste mehr.
Das Hochland besteht aus kristallinen Gesteinen mit Bruch- und Faltentektonik, die von Sedimentiten (vor allem Kalk- und Sandsteinen) sowie mächtigen Lagen von Lava überlagert werden. Starke Regenfälle in der Hauptregenzeit verursachen eine starke Erosion, vor allem in den Regionen, in denen die natürliche Vegetation beschädigt oder beseitigt worden ist. Diese Regenfälle lösen viele Nährstoffe vor allem aus den Böden über kristallinem Untergrund auf der Hochebene, während die fruchtbareren Böden über vulkanischen Gesteinen weniger leicht ausgelaugt werden. Offiziell stehen 17 Prozent (2007) der gesamten Landesfläche von Äthiopien unter Naturschutz.
| 1. | Klima |
Das Klima Äthiopiens wird vor allem durch die Höhenlage geprägt. Die jährlichen Niederschläge steigen mit der Höhe an, sie weisen aber unabhängig davon im niedrigeren Süden höhere Werte auf als im hochgelegenen Norden und Osten des Hochlandes. In einer tropisch heißen Zone, die unterhalb von 1 800 Meter liegt, herrscht eine Jahrestemperatur von etwa 27 °C, die jährliche Niederschlagsmenge beträgt weniger als 600 Millimeter. Die warmgemäßigte Zone, zu der der größte Teil der Hochebene gehört und die zwischen 1 800 und 2 500 Meter über dem Meeresspiegel liegt, hat eine durchschnittliche Jahrestemperatur von etwa 22 °C mit einer jährlichen Niederschlagsmenge zwischen 600 und 1 600 Millimeter. Oberhalb 2 500 Meter liegt eine Klimazone mit einer durchschnittlichen Temperatur von 16 °C und einer jährlichen Niederschlagsmenge von bis zu 1 800 Millimetern. In allen Höhenstufen schwanken die monatlichen Durchschnittstemperaturen um weniger als 5 °C; tageszeitliche Temperaturschwankungen können aber bis über 20 °C betragen. Die Hauptregenzeit liegt zwischen Mitte Juni und September; danach folgt eine Trockenperiode, die im Februar und im März von einer kurzen Regenperiode unterbrochen sein kann. Ausgeprägt trocken sind der größte Teil der Danakilsenke sowie der Südosten des Landes.
| 2. | Flora und Fauna |
Die Vegetation spiegelt die großen Höhenunterschiede wider: Die unteren Lagen der tropischen Zone, Kolla genannt, sind spärlich mit Wüstensträuchern, Dornenbüschen und rauen Savannengräsern bewachsen. Die Täler und Schluchten sind mit üppiger Vegetation bedeckt, wobei hier fast jede Form afrikanischer Vegetation vorkommt. Die gemäßigte Zone, Woina Dega, ist überwiegend mit Grasland überzogen. Auf den höchsten Lagen des baumarmen Höhengraslandes, Dega genannt, ist alpine Vegetation anzutreffen. Oberhalb 3 900 Meter geht diese in die Felswüste der Tschoke über.
Die größeren Arten afrikanischer Wildtiere sind auch in den meisten Teilen Äthiopiens beheimatet: Giraffen, Nilpferde, Elefanten, Antilopen, Nashörner, Löwen, Leoparden, Luchse, Schakale, Hyänen und zahlreiche Affenarten. Doch ist die einst vielfältige Tierwelt durch den Menschen bereits stark dezimiert. In Äthiopien leben 626 (2000) Vogelarten. Neben Greifvögeln wie Adlern, Habichten und Geiern gibt es Reiher, Papageien, Bekassinen, Rebhühner, Schwimmenten, Tauben und Trappen noch in großer Anzahl.