Joseph II. (Heiliges Römisches Reich)
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Joseph II. (Heiliges Römisches Reich)
2. Reformen

Mit Maria Theresias Tod 1780 wurde Joseph Alleinherrscher in den habsburgischen Erblanden und konnte jetzt eine umfassende Kirchen- und Staatsreform durchführen. Er gewährte allen nichtkatholischen christlichen Konfessionen die Glaubensfreiheit und schränkte die Macht der katholischen Kirche drastisch ein, indem er zahlreiche Klöster schließen ließ, die Priesterausbildung staatlicher Kontrolle unterstellte und den Einfluss des Papsttums auf die inneren Angelegenheiten Österreichs beschnitt (Josephinismus). Weiterhin milderte er die Zensur, hob die Leibeigenschaft auf, schaffte die Folter ab, trennte die Exekutive von der Judikative und ließ neue Gesetze ausarbeiten. Er ließ Schulen und Krankenhäuser errichten, belegte auch den Adel mit einer Grundsteuer und förderte mittels Schutzzöllen Wirtschaft und Handel. In den Einzelländern seines Königreiches suchte er die Verwaltung zu vereinheitlichen und zu zentralisieren sowie Deutsch als Staatssprache durchzusetzen. Außenpolitisch unterhielt Joseph II. enge Beziehungen zu Russland.

Seine Reformen stießen sowohl im eigenen Land bei Adel und Klerus als auch in den Österreichischen Niederlanden und in Ungarn bei der Bevölkerung auf Widerstand; und kurz vor seinem Tod am 20. Februar 1790 in Wien musste Joseph die meisten seiner Reformen rückgängig machen.