Klassizismus
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Klassizismus
2. Rezeption der Antike

Im 18. Jahrhundert wuchs das Interesse am Altertum, nachdem die archäologischen Ausgrabungen in Herculaneum 1738 und Pompeji 1748 neue Erkenntnisse über die antike Kunst erbracht hatten. Die Rom-Euphorie des 17. Jahrhunderts wurde von einer neuen Griechenland-Begeisterung überlagert. In England veröffentlichten die Archäologen James Stuart und Nicolas Revett ihre Studie Antiquities of Athens (1762). Mit der Ankunft der Elgin Marbles in London 1806 wurden erstmals griechische Kunstwerke der Blütezeit nach Europa gebracht. Dies löste in England und in den USA die Mode des so genannten Greek Revival aus. Johann Joachim Winckelmann pries die „edle Einfalt und stille Größe” griechischer Kunstwerke und prägte mit seinen Gedancken über die Nachahmung der Griechischen Wercke in der Mahlerey und der Bildhauer-Kunst (1755) das idealisierte Antikebild der deutschen Klassik nachhaltig. Wichtige architekturtheoretische Schriften zur Etablierung des Klassizismus legten Marc-Antoine Laugier (Essai sur l’architecture, 1753) und Jacques François Blondel (Architecture française, 4 Bde., 1752-1756) vor.