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| 1. | Einleitung |
Vladimir Nabokov, russisch Wladimir Wladimirowitsch Nabokow, Pseudonym W. Sirin, (1899-1977), russisch-amerikanischer Schriftsteller und Literaturkritiker. Er schrieb zunächst auf Russisch und später in Englisch und gilt als eine der facettenreichsten Dichterpersönlichkeiten der Moderne. Sein bekanntestes Werk wurde der Sensationserfolg Lolita, ein ironisch-melancholisches Psychogramm der Liebe eines älteren Mannes zu einem jungen Mädchen.
Nabokov wurde am 23. April 1899 als Spross einer wohlhabenden Juristenfamilie in Sankt Petersburg geboren. Erste Gedichte entstanden bereits während der Schulzeit. 1919 floh die Familie nach England, wo Nabokov am Trinity College in Cambridge russische und französische Literatur studierte. Nach der Übersiedlung nach Berlin, wo er bis 1937 vorwiegend lebte, verdiente er sich seinen Lebensunterhalt durch Privatstunden (Englisch, Russisch, Tennis, Boxen) und begann unter dem Pseudonym W. Sirin in russischen Emigrantenzeitschriften zu publizieren. Berlin, dessen russische Kolonie damals mehrere hunderttausend Menschen umfasste, bot dem jungen Autor ein ideales Betätigungsfeld auch außerhalb der Heimat. Diese Situation änderte sich mit der Machtübernahme der NSDAP 1933. 1937 floh Nabokov mit seiner Gattin Vera nach Südfrankreich und lebte anschließend für zwei Jahrzehnte in den USA. Erste literarische Arbeiten auf Englisch, das der Autor seit seiner Jugend perfekt beherrschte, waren bereits während des französischen Exils erschienen. In den USA avancierte er zu einer Leitfigur der dortigen Literaturszene (wobei sein Stil allerdings eher britisch geprägt blieb). Nabokov schrieb u. a. regelmäßig für den New Yorker und war als Gastprofessor in Harvard tätig. Der Erfolg von Lolita (1955) erlaubte ihm, zukünftig nur seine dichterischen Neigungen zu leben. 1960 kehrte der inzwischen sehr populäre Autor nach Europa zurück und verbrachte den Rest seines Lebens zurückgezogen in Montreux am Genfer See, wo er am 2. Juli 1977 starb.