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| 2. | Land |
Die beherrschenden topographischen Merkmale Myanmars sind ein hufeisenförmiges Gebirgsmassiv und das davon eingeschlossene zentrale Irawadi-Becken. Das Gebirgsmassiv wird von zwei in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Bergketten gebildet. Im Westen liegen (von Norden nach Süden) die Ketten des Patkai-, Chin- und Arakangebirges, die Myanmar vom Indischen Subkontinent abtrennen und bis 3 053 Meter Höhe erreichen; im Osten befindet sich das ausgedehnte, verkarstete, durchschnittlich 900 Meter hohe Shanplateau, das nach Süden in Richtung Thailand durch das Karen- und das Tenasserimgebirge fortgesetzt wird. Beide Gebirgszüge sind im Norden miteinander verbunden; an der Nordspitze von Myanmar liegt auch die höchste Erhebung des Landes, der 5 881 Meter hohe Hkakabo Razi, zugleich höchster Berg Südostasiens.
Das überwiegend schmale, lang gezogene Irawadi-Becken erreicht im Delta des Irawadi eine Breite von etwa 320 Kilometern. Die sehr fruchtbaren Deltaebenen haben eine Gesamtfläche von ungefähr 46 600 Quadratkilometern und stellen den wirtschaftlichen Kernraum des Landes dar. Die Küsten des Landes sind felsig und von zahlreichen Inseln gesäumt, sie erstrecken sich über eine Länge von 1 930 Kilometer. Myanmar verfügt über eine größere Anzahl ausgezeichneter natürlicher Häfen. Die fruchtbarsten Böden gibt es in einem schmalen Schwemmlandstreifen am Golf von Bengalen, wo Bergflüsse das Land durchziehen, sowie in den breiten Flusstälern und in den Alluvialbereichen des Irawadi. Diese mächtigen Schichten bilden einen weiten, fruchtbaren Gürtel, der sich wegen der ergiebigen Niederschläge besonders für den Reisanbau eignet.
| 1. | Klima |
Der Großteil Myanmars hat tropisches Klima. Es gibt drei Jahreszeiten: eine heiße und feuchte Jahreszeit von Mitte Mai bis Oktober, eine kühlere Jahreszeit von Ende Oktober bis Mitte Februar und eine sehr heiße Jahreszeit von Mitte Februar bis Anfang Mai. Während der feucht-heißen Jahreszeit, die durch den Südwestmonsun geprägt ist, regnet es täglich. In dieser Periode fällt der größte Teil der jährlichen Niederschläge, im südlichen Myanmar bis zu über 5 100 Millimeter (an der Küste), im Tiefland auf der Leeseite der Gebirge teilweise nur 500 Millimeter. Die Temperatur beträgt in dieser Zeit in Mandalay bis zu 32 °C, in Yangon etwa 27 °C, gegen Ende in vielen Gegenden durchschnittlich über 37 °C. In der kühlen Jahreszeit liegt die Januartemperatur bei 20 °C (Mandalay) bzw. 25 °C (Yangon). In den Bergländern sind die Temperaturen im Allgemeinen niedriger.
| 2. | Flora und Fauna |
Ausgedehnte Wälder bedecken 47,6 Prozent der Landesfläche Myanmars. In Gebieten mit hohen jährlichen Niederschlägen gibt es große Bestände an Nutzhölzern, insbesondere die wirtschaftlich bedeutenden Teakbestände. Daneben gibt es Kautschukbäume, Chinarindenbäume, Akazien, Bambus, Eisenbäume, Kokospalmen, Betelnusspalmen und, vorwiegend in den Hochländern des Nordens, Eichen, Kiefern und viele Arten von Rhododendren. In den Küstengebieten wachsen tropische Früchte wie Zitrusfrüchte, Bananen, Mangos und Guaven; außerdem findet man dort Mangrovenvegetation. In den Trockengebieten wächst dagegen nur eine spärliche, artenarme Vegetation.
Im Dschungel Myanmars gibt es Tiger und Leoparden als besonders bemerkenswerte Tiere. Unter den größeren heimischen Säugetieren findet man, insbesondere in den Hochländern Myanmars, Elefanten, Nashörner, Büffel, Wildschweine und mehrere Arten von Hirschen und Antilopen. Gezähmte Elefanten werden vor allem in der Holzindustrie als Arbeitstiere eingesetzt. Häufig zu sehen sind außerdem Gibbons und weitere Affenarten, Wildkatzen, Flughunde und Tapire. Daneben gibt es in Myanmar ungefähr tausend bekannte Vogelarten, darunter Papageien, Pfauen, Fasane, Krähen, Reiher und Reisfinken (Padda-Arten). Unter den Reptilien sind Krokodile, Geckos, Kobras, Pythonschlangen und Schildkröten zu nennen. Auch essbare Süßwasserfische gibt es reichlich.