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| 2. | Naturräumliche Gliederung |
Nach Wassertiefe und Entfernung von der Küste werden folgende Meeresräume oder -bereiche unterschieden: An die Küste schließt sich der flache Kontinentalschelf oder -sockel (oder der neritische Meeresbereich) an. Er reicht bis in eine Tiefe von 200 Metern hinab und von der Küste – je nach Gefälle des Meeresgrundes in küstennahen Gewässern – zehn bis maximal 1 700 Kilometer ins Meer hinaus. Auch bei weit in das Meer vorrückendem Kontinentalschelf ist die mittlere Neigung relativ niedrig. Das Schelfmeer ist noch von der Sonne durchschienen und bietet so gute Bedingungen für pflanzliches und tierisches Leben; es beherbergt reiche Fischgründe und ist aufgrund seiner biologischen Vielfalt ökologisch sehr wichtig. Hier finden sich auch ergiebige Lagerstätten von Erdöl und -gas. Nebenmeere wie die Nordsee liegen ganz auf dem Kontinentalschelf.
An den Kontinentalschelf schließt sich der Kontinentalhang an. Diese 20 bis 100 Kilometer breite Zone fällt relativ steil bis in eine Tiefe von rund 2 000 Metern ab und geht in den häufig schwächer geneigten Kontinentalfuß über, der bis zu 1 000 Kilometer breit ist und in eine Tiefe von 4 000 Metern reicht. Kontinentalhang und -fuß werden auch als hemipelagischer Bereich zusammengefasst. Unterhalb davon beginnt der Bereich der Tiefsee (pelagischer Bereich). Hier ist der Meeresboden über weite Strecken flach, kann aber durchaus eine stärkere Topographie aufweisen.
Zu den morphologisch wichtigen Großformen des Meeresbodens gehören die Mittelozeanischen Rücken und die Tiefseegräben. Dies sind tektonisch aktive, mit Erdbebenherden und Vulkanismus verbundene Zonen. Ihre Entstehung und ihre Rolle als Dehnungs- bzw. Kollisionszonen erklärt die Plattentektonik. Die Tiefseegräben sind die tiefsten Regionen des Meeresbodens, der tiefste Punkt liegt mit 11 033 Metern im Marianengraben im westlichen Pazifik.