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| 4. | Dynamik des Meeres |
Bei den Wasserbewegungen unterscheidet man Meeresströmungen, Meereswellen und Gezeiten. Meeresströmungen sind konstante, meist horizontale, aber auch vertikale, über größere Distanzen reichende Bewegungen des Wassers. Der Wind erzeugt die eher oberflächennahen und unbeständigen Driftströme; Temperatur-, Dichte- und Druckunterschiede bewirken die Gradientströme, die große Wasserkreisläufe aufbauen. Die durch die Erdrotation hervorgerufene Coriolis-Kraft lenkt die Meeresströmungen ab: auf der Nordhalbkugel nach rechts, auf der Südhalbkugel nach links.
Die Ozeane weisen ein gemeinsames Muster der vorherrschenden Meeresströmungen auf, die zu ausgeprägten Kreisläufen verbunden sind: Die Äquatorialströme verlaufen von Ost nach West annähernd parallel zum Äquator, unterschieden werden der Nord- und der Südäquatorialstrom. Vor allem im Pazifik ist dazwischen noch ein von Westen nach Osten ziehender Äquatorialer Gegenstrom ausgeprägt. An den Ostküsten der Kontinente werden die Äquatorialströme nach Norden und Süden abgelenkt. Das System der Meeresströmungen im Atlantischen Ozean ist besonders auffällig. So wird z. B. der Südäquatorialstrom vor Brasilien geteilt, fließt nach Süden als Brasilstrom und nach Norden als Guayanastrom; dieser vereinigt sich mit dem Nordäquatorialstrom zur Karibischen Strömung, die zusammen mit dem Antillenstrom zunächst vom Golfstrom, dann vom Nordatlantischen Strom fortgesetzt wird. Dieser nach Nordosten fließende Strom teilt sich vor Europa; die mittlere Strömung fließt zur Küste von Europa und dreht dann nach Norden ab, ein nach Norden führender Teil des Nordatlantischen Stroms (Irminger-Strom) verläuft bis zur Süd- und Westküste von Island), eine südliche Abzweigung fließt an den Azoren und den Kanarischen Inseln vorbei und mündet als Kanarenstrom wieder in den Nordäquatorialstrom, womit sich ein Kreislauf geschlossen hat. Neben diesen Oberflächenströmen gibt es Tiefenströme, die vor allem für einen Austausch zwischen den Wassermassen der polaren und tropischen Breiten sorgen. Auftriebsströmungen bringen nährstoffreiches, kaltes Wasser vom Meeresboden an die Meeresoberfläche, z. B. an den Westküsten Südamerikas oder Afrikas.