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| 1. | Einleitung |
Turin (italienisch: Torino), Stadt in Italien, Hauptstadt der Provinz Turin und der Region Piemont, im Westen der Poebene gelegen. Die Stadt ist ein überregional bedeutendes kulturelles und industrielles Zentrum.
| 2. | Wirtschaft |
Die Stadt ist Hauptsitz von FIAT, dem führenden italienischen Kraftfahrzeughersteller. Zu den wichtigsten Produktionsgütern gehören außerdem Leder- und Gummierzeugnisse, Kleidung und Kunststoffe. Darüber hinaus ist auch die Herstellung von Nahrungs- und Genussmitteln, darunter Turiner Wermut und Süßwaren, von Bedeutung.
Internationale Bedeutung hat die Stadt als Messestandort; zu den renommiertesten Veranstaltungen gehören eine Automobilmesse und eine Buchmesse. Turin ist ein wichtiges Verkehrszentrum, das gut an das italienische Autobahn- und Eisenbahnnetz angebunden ist. Der internationale Flughafen Torino-Caselle befindet sich 15 Kilometer nördlich der Stadt; 2006 wurde die erste U-Bahn-Linie eröffnet.
| 3. | Stadtbild und Kultur |
Turin erstreckt sich überwiegend am flachen linken Ufer des Po gegenüber dem Hügelland der Colli Torinesi. Mit Ausnahme der Kathedrale San Giovanni Battista (1492-1498) stammen die meisten bedeutenden öffentlichen Gebäude Turins aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Viele von ihnen sind Werke der Barockarchitekten Guarino Guarini und Filippo Juvarra, die das Stadtbild maßgeblich prägten. In der Cappella della Santa Sindone (Kapelle des Heiligen Grabtuches) des Domes wird ein Leichentuch aufbewahrt, das der Überlieferung nach das Grabtuch Jesu sein soll. Wissenschaftliche Untersuchungen ergaben jedoch, dass es sich hierbei um ein Leinentuch aus dem Mittelalter handelt. Zentrum der Altstadt ist die Piazza Castello, in deren Mitte sich der Palazzo Madama befindet. Dessen Westfassade ist ein herausragendes Beispiel des piemontesischen Barock. In dem Palast ist das Museo Civico d’Arte Antica (Museum für Alte Kunst) untergebracht, dessen Sammlungen u. a. zahlreiche Stein- und Holzplastiken sowie Glasmalereien umfassen.
Weitere Sehenswürdigkeiten der Stadt sind die Armeria Reale (im ehemaligen Königspalast), ein Museum mit einer der bedeutendsten Waffen- und Rüstungssammlungen Europas, und der Palazzo Carignano, in dem der italienische König Viktor Emanuel II. geboren wurde, sowie mehrere Museen wie das Automobilmuseum, das Filmmuseum und das Ägyptische Museum, eines der weltweit größten seiner Art. Die Galleria Sabauda berherbergt einige Werke europäischer Meister, wie Rembrandt und Jan van Eyck, die Galleria d’Arte Moderna eine der bedeutendsten Sammlungen moderner Kunst Italiens. Die Basilica di Superga (vollendet 1731) wurde auf einem Hügel erbaut, der die Stadt überragt. Turin ist seit 1404 Universitätsstadt.
| 4. | Geschichte |
Turin war ursprünglich als Taurasia Hauptort des ligurischen Stammes der Tauriner und wurde vermutlich im 1. Jahrhundert n. Chr. römische Kolonie. Im 6. Jahrhundert war die Stadt Sitz eines langobardischen Herzogs, später eines fränkischen Grafen. Im späten 13. Jahrhundert geriet Turin unter die Herrschaft der Dynastie Savoyen. Von 1536 bis 1562 war Turin französisch besetzt, danach wurde es Sitz der Grafen von Savoyen. 1640 und 1706 widerstand die Stadt der Belagerung durch die Franzosen.
Von 1720 bis 1861 (ausgenommen die Jahre 1800-1814, als es zu Frankreich gehörte) war Turin Hauptstadt des Königreiches Sardinien-Piemont. Die Stadt war Mittelpunkt des Risorgimento, der Bewegung für die Einheit Italiens im 19. Jahrhundert. Von 1861 bis 1865 war Turin Hauptstadt des Königreiches Italien. Die Residenzen des Hauses Savoyen in Turin und Umgebung wurden von der UNESCO 1997 zum Weltkulturerbe erklärt. Im Februar 2006 war die Stadt Austragungsort der XX. Olympischen Winterspiele.
Die Einwohnerzahl beträgt 901 000 (2007).