Israel
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Israel
2. Land

Das Territorium des israelischen Staates erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung von der syrischen Grenze bis zum Roten Meer über etwa 420 Kilometer und in Ost-West-Richtung von der jordanischen Grenze (bzw. den besetzten Gebieten) bis zur Mittelmeerküste zwischen 16 und 115 Kilometer. Israel lässt sich in fünf topographische Gebiete einteilen: das Hochland von Galiläa, die Ebene von Esdraelon (auch Ebene von Jezreel genannt), die Hügelketten von Judäa und Samaria, die Küstenebenen und die Wüste Negev.

1. Physische Geographie

Das Hochland von Galiläa nimmt den nördlichen Teil Israels ein; es erstreckt sich über 40 Kilometer von einer schmalen Küstenebene bis zum See Tiberias (auch See Genezareth). Der höchste Punkt Israels, der Berg Meron (1 208 Meter) liegt in diesem Gebiet. Südlich des Hochlands von Galiläa breitet sich die Ebene von Esdraelon aus. Sie ist 55 Kilometer lang, bis zu 25 Kilometer breit und verläuft von der Gegend um Haifa an der Mittelmeerküste bis zum Jordan. Das frühere Sumpfgebiet wurde trockengelegt, ist heute dicht besiedelt und eine landwirtschaftlich produktive Region.

Über etwa 195 Kilometer entlang dem Mittelmeer erstrecken sich die Küstenebenen mit einer Breite von einem bis maximal 32 Kilometern. Sie umfassen die Ebene von Zevulun, die sich über 16 Kilometer nördlich von Haifa entlang der Bucht von Haifa ausdehnt, die Ebene von Sharon zwischen Haifa und Tel Aviv-Jaffa und die Ebene von Judäa zwischen Tel Aviv und der Stadt Gaza. In den Küstenebenen liegen die größten Städte Israels. Die Hügelketten von Judäa und Samaria erheben sich am Westufer des Jordan; sie fallen zum Toten Meer hin steil ab. Dessen Wasserspiegel liegt 408 Meter unterhalb des Meeresspiegels und markiert damit die tiefste Stelle der Erdoberfläche.

Die Wüste Negev nimmt den Süden des Landes ein. Sie erstreckt sich vom Golf von Akaba nach Norden über nahezu die Hälfte des Staatsgebiets.

2. Flüsse und Seen

Der längste Fluss Israels ist der Jordan. Er entspringt am Berg Hermon an der libanesisch-syrischen Grenze, fließt durch den See Tiberias, der 209 Meter unter dem Meeresspiegel liegt, und mündet in das Tote Meer.

Die Küstenlinie am Mittelmeer ist wenig gegliedert. Den einzigen natürlichen Hafen bildet die Bucht von Haifa. Ein neuer Hafen wurde bei Ashdod im Süden gebaut.

Die Wasserversorgung zählt zu den zentralen Problemen Israels. Nutzung und Zuteilung der Wasservorkommen liegen in der Verantwortung der Mekorot, der staatlichen Wasserversorgungsbehörde. Hierzu gehören die Reinigung von Abwässern, die Aufbewahrung und Verwendung natürlicher Süßwasservorkommen und die Entsalzung von Brack- und Meerwasser. Die Wasserversorgung erfolgt über Kanäle und Rohrleitungen. Wasser aus dem See Tiberias wird bis in die Wüste Negev transportiert.

3. Klima

Israel liegt im Übergangsbereich zwischen mediterranem Klima und Wüstenklima. Im Januar liegen die Durchschnittstemperaturen in Jerusalem bei 9 °C und in Tel Aviv bei 14 °C. Im Juli betragen die Werte 23 °C bzw. 27 °C. Die Niederschläge beschränken sich auf die Wintermonate. Die mittleren Jahresniederschläge liegen in Galiläa bei 1 000 Millimetern, in Tel Aviv bei 540 Millimetern und im Süden bei Elat am Roten Meer bei lediglich 25 Millimetern. Nur in den Hochlagen kann es im Winter schneien.

4. Flora und Fauna

In Israel gibt es über 2 800 Pflanzenarten, von denen die meisten zu Gattungen gehören, die lange Dürrezeiten überstehen können. Die Flora des Landes wird geprägt durch die klimatischen und topographischen Bedingungen dreier Gebiete: Dies sind die Mittelmeerküste, die asiatische Steppe und die Wüstenregion auf der Arabischen Halbinsel. Mediterrane Vegetation gedeiht im Norden des Landes, im Bereich Beerscheba (nördlicher Teil der Wüste Negev) dominiert Buschvegetation. In den anderen Teilen des Negev und im südlichen Jordangraben ist die Vegetationsdichte sehr gering; die Flora im nördlichen Teil des Jordangrabens vereint europäische und afrikanische Elemente. Zu den wichtigsten Anbauprodukten zählen Zitrusfrüchte, Bananen, Baumwolle, Tabak, Trauben, Datteln, Feigen, Oliven, Pflaumen und Mandeln. Die Anzahl der Eichen und anderer Laubbäume ist in den letzten Jahren gestiegen. Über 200 Millionen Bäume sind seit 1948 gepflanzt worden, heute nehmen die aufgeforsteten Gebiete 8,1 Prozent der Landesfläche ein (2005).

Es kommen 116 Säugetierarten und 180 Vogelarten vor. Durch Israel führen bedeutende Wanderwege für Zugvögel, die von Europa oder Asien nach Afrika fliegen. Diese Zugstrecken werden im Frühjahr und Herbst von vielen Millionen Vögeln genutzt. Einige bemerkenswerte Arten der Vogelwelt sind Kuhreiher, Küstenreiher, Löffler, Rosaflamingo, Bartgeier, Steppenadler, Wüstenfalke, Halsbandfrankolin (ein Feldhuhn), Kragentrappe, Steppenkiebitz, Rennvogel, Kaptäubchen, Streifenohreule, die Eisvogelarten Braunliest und Graufischer sowie mehrere Arten von Flughühnern. Zu den Großraubtieren zählen Leopard, Wolf, Goldschakal und Streifenhyäne, weitere interessante Raubtiere sind mehrere Arten von Schleichkatzen, Falbkatze (die Vorfahrin unserer Hauskatzen), Sandfuchs und Honigdachs. Die Paarhuferfauna ist u. a. durch Gazellen (Edmigazelle, Dorkasgazelle) repräsentiert. In Israel leben etwa 80 Reptilienarten, zu denen Schlangen, Eidechsen, Chamäleons und Meeresschildkröten gehören.