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Geburtshilfe, Teilgebiet der Medizin, das sich mit Schwangerschaft, Wehen, Geburt und der Phase unmittelbar nach der Entbindung beschäftigt sowie mit den seelischen und sozialen Aspekten der Geburt.
Der Begriff Geburtshilfe umfasste nicht immer all diese Bereiche. Bis in neuere Zeit war damit nur die Technik der Entbindung gemeint, und die früheren Geburtshelfer(innen) hatten keine medizinische Ausbildung. Der Begriff Hebammenkunst bezeichnet die Tätigkeit der Frauen, die im Hause der Schwangeren die Geburt eines Kindes betreuen.
Verbesserungen in der Praxis der Geburtshilfe können an der sinkenden Zahl der bei der Geburt sterbenden Mütter oder Neugeborenen gemessen werden. Die Sterblichkeit von Neugeborenen ist im Verlaufe der Geschichte stets hoch gewesen. In den vergangenen Jahrzehnten jedoch widmete man der Ernährung und Hygiene größere Aufmerksamkeit. Die medizinische Versorgung von Mutter und Neugeborenem wurde auch durch die Einführung von Antibiotika zur Bekämpfung von Infektionen, den Einsatz von Bluttransfusionen bei Blutungen und die Entwicklung von operativen Entbindungstechniken verbessert, die bei Gefahr für das Leben von Mutter oder Kind angewandt werden. Darüber hinaus erhalten die Ärzte, die sich auf die Geburtshilfe spezialisieren, heute eine weit bessere Ausbildung als früher.
Wie die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe 2001 mitteilte, beträgt die Sterblichkeitsrate von Kindern bei der Geburt in Deutschland nur noch ein halbes Prozent und ist damit – ebenso wie die Sterblichkeit der Mütter – um das Zwei- bis Dreifache geringer als vor 20 Jahren. Derzeit sterben pro Jahr etwa 3 900 Babys und 47 Mütter; Geburtsfehler gehören zu den Faktoren, die den Frühtod eines Kindes verursachen können. Als Hauptursache der positiven Entwicklung gelten verbesserte Vorsorgemaßnahmen. Die Zahl der Frühgeburten ist allerdings mit durchschnittlich 58 500 weiterhin hoch.
Die Geburtshilfe ist eng verknüpft mit anderen Fachbereichen der Medizin, besonders mit der Gynäkologie. Diese zwei Gebiete werden oft miteinander verwechselt. Die Gynäkologie befasst sich jedoch mit den Fortpflanzungsorganen nicht schwangerer Frauen, während es bei der Geburtshilfe um Schwangerschaft und Entbindung geht.