| Bacon, Francis (Philosophie) | Artikelansicht | ||||
| Klicken Sie im Menü Datei auf Drucken, um die Informationen zu drucken. | |||||
| 1. | Einleitung |
Bacon, Francis (Philosophie) (1561-1626), englischer Philosoph, Schriftsteller und Staatsmann. Er war einer der Wegbereiter des klassischen Empirismus.
Bacon wurde am 22. Januar 1561 in London geboren und studierte am Trinity College in Cambridge. 1584 erhielt er einen Sitz im Unterhaus, den er bis 1614 innehatte. Er versuchte sich erfolglos als Ratgeber Elisabeths I.; schließlich fiel er bei der Königin vollkommen in Ungnade, als er 1593 einen Gesetzentwurf ablehnte, der parlamentarische Zuwendungen an die Krone betraf. Unter James I., der ihn nach seiner Thronbesteigung 1603 rehabilitierte, legte Bacon Pläne zur Vereinigung von England und Schottland vor und empfahl Wege zur Verhandlung mit den Katholiken. Für seine Bestrebungen wurde er am 23. Juli 1603 zum Ritter geschlagen und zum Beauftragten für die Vereinigung von Schottland und England ernannt; ein Jahr später erhielt er zusätzlich eine Pension. Sein Advancement of Learning wurde 1605 veröffentlicht und dem König vorgelegt. 1607 wurde Bacon zum zweiten Kronanwalt ernannt. Während der letzten Sitzung des im Februar 1611 unter James I. tagenden ersten Parlaments wuchsen die Meinungsverschiedenheiten zwischen Krone und Unterhaus, und Bacon übernahm die Rolle des Vermittlers, trotz seines Misstrauens gegenüber dem ersten Minister des Königs, Robert Cecil Salisbury. Nach dessen Tod 1612 verfasste Bacon einige Schriften über Staatskunst – insbesondere über die Beziehungen zwischen Krone und Unterhaus. 1613 stieg er auf zum Obersten Kronanwalt.
1616 wurde Bacon zum Geheimen Rat und 1618 zum Lordkanzler befördert; auch erhob man ihn als Baron Verulam in den höheren Adelsstand. 1620 erschien sein Novum Organum (Neues Organ der Wissenschaften), und am 26. Januar 1621 wurde ihm der Titel des Viscount Saint Albans verliehen. Noch im selben Jahr klagte ihn das Parlament der Bestechung an; Bacon gestand, erklärte aber, dass er „herzlichst und bußfertig bereue”. Daraufhin wurde er zu einer Geld- und Gefängnisstrafe verurteilt, und man verbannte ihn aus dem Parlament und vom Hof. Nach seiner Entlassung zog sich Bacon auf seinen Familiensitz in Gorhambury zurück. Im September 1621 begnadigte ihn der König, verbot ihm aber, ins Parlament oder an den Hof zurückzukehren. Bacon nahm seine schriftstellerische Tätigkeit wieder auf und beendete sein Werk History of Henry VII sowie die lateinische Übersetzung von The Advancement of Learning, De Dignitate et Augmentis Scientiarum (Über die Würde und den Fortgang der Wissenschaften). Im März 1622 bot er sich an, eine systematische Sammlung der Gesetze anzufertigen. Trotz wiederholter Bittgesuche an James I. sowie an dessen Nachfolger Charles I. wurde sein Ersuchen abgelehnt. Bacon starb in London am 9. April 1626.