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| 2. | Werk |
Bacon verfasste philosophische, rein literarische und wissenschaftliche Schriften. Die bekanntesten seiner philosophischen Werke sind The Advancement of Learning (1605), eine Übersicht über den Wissensstand seiner Zeit in englischer Sprache, und Novum Organum oder Indications Respecting the Interpretation of Nature (1620). Bacons Philosophie geht von dem Gedanken aus, dass Wahrheit nicht von Autoritäten herrühre, sondern einzig durch Erfahrung gewonnen werden könne; in diesem Rahmen wird Bacon allgemein das Verdienst zugesprochen, die Logik um die Methode der Ampliative Inference bereichert zu haben. Im Gegensatz zu den Logikern vor ihm, die ihre allgemeinen Schlüsse durch Induktion aufgrund der Summe einzelner Informationen gewannen, suchte Bacons durch Analogie von den charakteristischen Merkmalen und Eigenschaften auf zugehörige größere Gruppen zu schließen. Eine Korrektur von Abweichungen erfolgte dann aufgrund späterer Erfahrung. Die Ampliative Inference bedeutete einen grundlegenden Fortschritt im wissenschaftlichen Verfahren, da sie einen wichtigen Beitrag zur Verifikation bzw. Falsifikation wissenschaftlicher Hypothesen erbrachte. Im Novum Organum vertrat Bacon die Ansicht, dass alle Vorurteile und vorgefassten Meinungen, so genannte Idole, in einem Akt der tabula rasa aufgegeben werden müssen, bevor wahre Erkenntnis entstehen kann. Dabei unterschied er gemeinsame Vorurteile, die von einer bestimmten Denkart bestimmt werden („Idole des Stammes”), besondere Meinungen des Individuums („Idole der Höhle”), Vorurteile durch Sprachvermittlung („Idole des Marktes”) und solche der Tradition („Idole des Theaters”). Die Grundsätze des Novum Organum wirkten nachhaltig auf den Empirismus.
Bacons Essays, sein Hauptbeitrag zur Literatur, wurden zwischen 1597 und 1625 veröffentlicht. Sein Werk History of Henry VII von 1622 bezeugt sein Talent zur wissenschaftlichen Studie. Mit der phantastischen Utopie New Atlantis (Neu-Atlantis) regte Bacon die Gründung von wissenschaftlichen Akademien an. Bei Maxims of the Law (1630) und Reading on the Statute of Uses (1642) handelt es sich um Plädoyers aus gerichtlichen Verhandlungen und Parlamentsreden. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts galt Bacon auch als Verfasser einiger Dramen von William Shakespeare.