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Giacomo Casanova

Giacomo Casanova (1725-1798), italienischer Abenteurer und Schriftsteller, geboren in Venedig. Seine Eltern, beide Schauspieler, hatten ihn für das Priesteramt vorgesehen. Im Alter von 16 Jahren wurde Casanova jedoch wegen ungebührlichen Benehmens aus dem Priesterseminar ausgeschlossen. Danach war Casanova in wechselnden Diensten Sekretär und Soldat, er war Prediger, Alchimist, Spieler und Spion und daneben immer wieder in politische Intrigen und in Liebeleien verwickelt. 1755 wurde er in Venedig wegen Gotteslästerung und Zauberei eingesprerrt; 1756 gelang ihm jedoch seine spektakuläre Flucht aus den Bleikammern. Casanova bereiste ganz Europa, gewann das Vertrauen oder gar die Freundschaft vieler einflussreicher Persönlichkeiten und erwarb sich einen Ruf als geistreicher Zeitgenosse und Charmeur. Er war Favorit am Hofe Ludwigs XV. von Frankreich, sowie ein Liebhaber der Marquise de Pompadour. Ab 1785 lebte Casanova auf Schloss Dux in Nordböhmen als Bibliothekar seines Freundes Graf von Waldstein. Hier schrieb er in französischer Sprache seine Memoiren, die bis zum Jahr 1774 reichten und nach seinem Tod veröffentlicht wurden (12 Bde., gekürzte Ausgabe in den Jahren 1826 bis 1838, ungekürzte Ausgabe 1960). In seinen Memoiren erzählt er vor allem von seinen Abenteuern und Liebesaffären. Das Werk ist aber auch von hohem historischen Wert: Es ist dank der hervorragenden Menschenkenntnis seines Verfassers eine faszinierende und, wie neuere Forschungen erwiesen haben, sehr wirklichkeitstreue Schilderung verschiedenster Charaktere und ein einmaliges Sittengemälde der Zeit Casanovas.