Suchansicht Elefanten

Wenn Sie nach einem bestimmten Wort, Namen bzw. Thema in diesem Artikel suchen möchten, wählen Sie in Ihrem Browser die entsprechende Option für Suche innerhalb der Seite. Im Internet Explorer finden Sie diese Option im Menü Bearbeiten.

Bei der Suche wird genau das Wort bzw. die Phrase berücksichtigt, das (die) Sie eingegeben haben. Sollte die Suche keine Ergebnisse zeitigen, versuchen Sie, nach einem Schlüsselwort in Ihrem Thema zu suchen bzw. die Schreibung des betreffenden Wortes oder Namens zu überprüfen.

Elefanten
1. Einleitung

Elefanten, Familie der Rüsseltiere mit mehreren Arten von Elefanten und Mammuts. Elefanten sind die schwersten heute vorkommenden Landtiere.

Die heute lebenden Elefantenarten sind der Indische oder Asiatische Elefant, der in Süd- und Südostasien (u. a. in Indien und Sri Lanka sowie auf Sumatra und Borneo) beheimatet ist, sowie die nach neuerer Erkenntnis zwei Arten südlich der Sahara lebender afrikanischer Elefanten: Steppenelefant und Waldelefant. Der Waldelefant, der früher als Unterart des Afrikanischen Elefanten eingeordnet wurde, gilt heute aufgrund von DNA-Analysen (siehe Nucleinsäuren) als eigene Spezies. Zu den ausgestorbenen Mitgliedern der Familie gehören mehrere Arten der bis zu 4,3 Meter hohen Mammuts (gemessen als Widerristhöhe), der bis ins obere Pleistozän lebende, maximal 3,7 Meter hohe Eurasische Waldelefant und der ebenfalls zu dieser Zeit ausgestorbene, nur 0,9 Meter hohe, auf Mittelmeerinseln beheimatete Zwergelefant. Steinzeitliche Jäger spielten offenbar für das Aussterben von Elefantenarten und anderen Rüsseltieren wie Mastodon und Dinotherium die entscheidende Rolle. Im Folgenden werden die heute existierenden Elefantenarten vorgestellt.

2. Afrikanische und Asiatische Elefanten

Afrikanische Steppenelefanten erreichen eine Widerristhöhe von ungefähr drei Metern (Bullen ausnahmsweise von bis zu 4,5 Metern), eine Kopfrumpflänge (ohne Rüssel) von etwa vier Metern und wiegen rund drei bis sechs Tonnen. Sie bewohnen Graslandschaften im östlichen und südlichen Afrika. Die etwa zweieinhalb Meter langen und ungefähr ebenso hohen Waldelefanten besiedeln Regenwälder im westlichen Zentralafrika. Afrikanische Elefanten haben größere Ohren als Indische Elefanten; sie sind an der Schulter am höchsten und haben eine faltigere Haut. Sowohl Bullen als auch Kühe afrikanischer Elefanten tragen Stoßzähne, nicht jedoch die Kühe Indischer Elefanten (bei der auf Sri Lanka verbreiteten Unterart trägt sogar nur etwa jeder zehnte Bulle Stoßzähne). Der Indische Elefant bewohnt Wälder und Savannen. Die Bullen haben eine Körperhöhe von bis zu drei Metern, eine Kopfrumpflänge von etwa 3,5 Metern und ein Gewicht von ungefähr vier Tonnen.

3. Besonderheiten im Körperbau
1. Rüssel

Der muskulöse Rüssel ist das unverwechselbare Kennzeichen der Elefanten. Er enthält keine Knochen; es handelt sich um eine stark verlängerte Oberlippe und Nase, mit der Gras, Blätter und Wasser zum Maul geführt werden. Der Rüssel ist ein sehr vielseitiges Organ: Er wird auch als Waffe, zum Trompeten, Laubabreißen und Aufnehmen von Staub für das Staubbad verwendet. Außerdem können die Tiere mit ihm Gerüche wahrnehmen; dazu halten sie den Rüssel gelegentlich hoch in die Luft. Der Rüssel afrikanischer Elefanten hat an seinem Ende zwei Hautlappen, derjenige Indischer Elefanten nur einen. Diese Hautlappen handhaben Elefanten wie Finger, sie können damit kleine Gegenstände aufnehmen und untersuchen. Darüber hinaus dient der Rüssel als Ausdrucksmittel.

2. Stoßzähne und Gebiss

Die Stoßzähne sind enorm vergrößerte Schneidezähne und tief in den Schädel eingebettet. Die Stoßzähne afrikanischer Steppenelefanten können in Ausnahmefällen 3,5 Meter lang werden. Die Nutzung des als Elfenbein bezeichneten Dentins (Zahnbeines) der Stoßzähne ist ein Hauptgrund für den Bestandsrückgang der Elefanten.

Von den sechs Backenzähnen (drei Prämolaren oder Vorbackenzähne und drei Molaren oder eigentliche Backenzähne) wird in jeder Seite des Ober- und Unterkiefers immer nur jeweils einer genutzt. Ist dieser aufgrund der harten pflanzlichen Nahrung abgenutzt, wird er durch einen größeren ersetzt, der sich im Kiefer von hinten nach vorn schiebt (horizontaler Zahnwechsel). Wenn der letzte und größte der Backenzähne verbraucht ist, muss das Tier verhungern.

3. Gliedmaßen

Trotz ihres großen Gewichts laufen Elefanten fast geräuschlos; die säulenartigen Beine bewegen die massige Gestalt mit weichen, rhythmischen Schritten. Ein dickes, federndes Polster an der Unterseite des Fußes absorbiert die Wucht des Gewichts beim Auftreten und ermöglicht es dem Tier, hoch auf seinen hufähnlichen Zehen zu laufen. Ein Quadratzentimeter Fußsohle trägt nur 600 Gramm Körpergewicht.

4. Sinnesorgane

Die großen Ohren afrikanischer Elefanten dienen nicht nur dem Hören, sondern auch der Ventilation und der optischen Kommunikation. Elefanten können schlecht sehen, da ihre Augen relativ klein sind und sich seitlich am großen und ziemlich unbeweglichen Kopf des Tieres befinden. Das empfindlichste Sinnesorgan ist der Rüssel, der fortwährend genutzt wird – u. a. um Nahrungsgerüche am Boden aufzunehmen oder um Gefahr wittern zu können. Steppenelefanten bringen den Boden bei einem Löwenangriff durch Stampfen und tiefe Laute zum Schwingen. Diese Vibrationen können von Artgenossen über eine Distanz von mehr als 30 Kilometern, vermutlich über die Füße, wahrgenommen werden.

4. Verhalten und Nahrung

Elefanten sind gesellig und achten ständig auf die Rufe und Bewegungen ihrer Artgenossen; sie können durchschnittlich etwa 100 Artgenossen anhand ihrer Rufe unterscheiden. Indische Elefanten und Steppenelefanten bilden Herden von 15 bis 30 oder mehr Tieren, die gewöhnlich miteinander verwandt sind; ein altes Weibchen leitet die Herde. Die Herden Indischer Elefanten bestehen im Allgemeinen aus Weibchen, Jungtieren und einem alten Bullen. Zu den Herden des Steppenelefanten können auch mehrere ausgewachsene Bullen gehören. Bullen, die von der Herde verjagt wurden, leben meist allein oder in „Junggesellenherden”. Waldelefanten sind häufig Einzelgänger oder leben in Kleingruppen.

Wenn Elefanten wandern, ziehen sie oft in einer Reihe. Im Allgemeinen gehen sie mit einer Geschwindigkeit von ungefähr sechs Kilometern pro Stunde; sie können aber auch mit bis zu 40 Kilometern pro Stunde angreifen. Elefanten vermögen weder zu galoppieren noch über Gräben zu springen. Sie begeben sich jedoch bereitwillig in Flüsse und Seen, denn das Wasser trägt sie. Sie können große Strecken schwimmen, ohne zu ermüden.

Elefanten ernähren sich u. a. von Gräsern, Blättern, Früchten und Wurzeln. Sie fressen zumeist morgens, abends und in der Nacht; tagsüber ruhen sie. Pro Tag nehmen sie etwa 300 Kilogramm Nahrung und 80 Liter Wasser zu sich. Wasser saugen sie durch die Nasenlöcher am Rüsselende an und spritzen es sich ins Maul. Die in Wüstengebieten Namibias verbreiteten so genannten Wüstenelefanten – Steppenelefanten, die an die extreme Trockenheit angepasst sind – kommen im Gegensatz zu anderen Elefanten bis zu vier Tage ohne Wasser aus.

5. Fortpflanzung und Lebenserwartung

Elefantenkühe paaren sich zumeist in ihrem 15. oder 16. Lebensjahr mit einem Bullen, der sich gegenüber den anderen Bullen der Herde behaupten konnte. Das Paar trennt sich dann oft für mehrere Wochen von der Herde. Nach einer Tragzeit von 21 oder 22 Monaten wird gewöhnlich nur ein Kalb geboren. Dies kann bereits im Alter von wenigen Tagen der Herde folgen. Das Junge wird fünf Jahre gesäugt; die Zitzen der Kuh befinden sich direkt hinter den Vorderbeinen. Die Jungen nehmen die Milch nicht mit ihrem Rüssel auf, sondern legen diesen zurück und saugen mit dem Maul. Während ihres Lebens bringen Elefantenkühe etwa fünf bis zwölf Kälber zur Welt. Kälber werden manchmal von Leoparden oder Tigern gerissen, die zu den wenigen natürlichen Feinden der Elefanten gehören. Elefanten können etwa 70 Jahre alt werden; Indische Elefanten erreichen in Zoos aufgrund der Haltungsbedingungen nur ein durchschnittliches Alter von etwa 15 Jahren.

6. Elefanten als Nutztiere

Zwar können auch afrikanische Elefanten zu Nutztieren ausgebildet werden, doch haben Indische Arbeitselefanten eine weit längere Tradition. Unter anderem werden diese heute noch zum Holzfällen eingesetzt, besonders in bergigem Gelände. Wahrscheinlich wurden Elefanten bereits 2 000 Jahre vor unserer Zeitrechnung als Arbeitstiere genutzt. Im Jahr 326 v. Chr. wurden sie im Krieg gegen Alexander den Großen eingesetzt, und 218 v. Chr. begleiteten 37 Kriegselefanten den karthagischen Feldherrn Hannibal und seine Armee über die Alpen.

Da Elefanten in Gefangenschaft nur selten Junge zur Welt bringen, werden sie im Freiland in Gatter getrieben, um sie in Gefangenschaft halten zu können. In Asien helfen dabei oft gezähmte Elefanten und Mahouts (professionelle Elefantentreiber). Jedem gefangenen Kalb wird für den Rest seines Lebens ein Pfleger zugeteilt. Ab einem Alter von 14 Jahren werden die Tiere ausgebildet und ab 25 Jahren für schwere Arbeiten eingesetzt. Auch Tiere, die landwirtschaftliche Ernten zerstören, werden mit Hilfe eines Gatters gefangen und anderenorts in der Wildnis ausgesetzt.

7. Bestandsentwicklung

Die Bestände afrikanischer Elefanten sind im 20. Jahrhundert deutlich zurückgegangen. Gründe sind die Jagd nach Elfenbein und die Lebensraumzerstörung durch die Ausweitung von Weideland. Man schätzt, dass allein in den achtziger Jahren etwa 700 000 Elefanten wegen ihrer Stoßzähne abgeschlachtet wurden. 1989 wurde der Handel mit Elfenbein weltweit verboten; von diesem Verbot wurden jedoch wiederholt Ausnahmen erteilt. Eine Folge der Wiederzulassung war eine deutliche Zunahme der Wilderei.

Die Bestände der beiden afrikanischen Elefantenarten betragen heute insgesamt etwa eine halbe Million, wovon (je nach Schätzung) etwa ein Zehntel bis ein Drittel auf den Waldelefanten entfallen. In einigen afrikanischen Reservaten haben sich Steppenelefanten in neuerer Zeit wieder so gut vermehrt, dass die von ihnen in den abgegrenzten Gebieten verursachte Überweidung ökologische Schäden zur Folge hat, die andere Arten bedrohen. So hat in Südafrika die Zunahme der Elefantenpopulationen in manchen Gebieten zur Versteppung von Buschgebieten geführt. Infolge des damit einhergehenden Nahrungsmangels richten Elefanten in landwirtschaftlichen Kulturen Schäden an. Man versucht deshalb, die Bestände durch hormonelle Empfängnisverhütung zu kontrollieren, aber auch, indem man Elefanten in andere Parks verfrachtet oder die Populationen durch Abschüsse dezimiert. Der Bestand des Waldelefanten ist allerdings aufgrund der Waldzerstörung stark rückläufig. Vom Indischen Elefanten gibt es im Freiland nur noch rund 30 000 Tiere.

8. Systematische Einordnung

Elefanten bilden die Familie Elephantidae der Ordnung Proboscidea. Die wissenschaftliche Bezeichnung des Indischen Elefanten lautet Elephas maximus und die des afrikanischen Steppenelefanten Loxodonta africana. Der afrikanische Waldelefant heißt zoologisch Loxodonta cyclotis, der Eurasische Waldelefant Elephas antiquus und der Zwergelefant Elephas falconeri.