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| 6. | Wirtschaft |
Die wichtigste Grundlage für die Wirtschaft Saudi-Arabiens ist das Geschäft mit Erdöl und Erdgas. Das Gründungsmitglied der OPEC gehört zu den weltweit bedeutendsten Förder- sowie Exportstaaten für Erdöl und stand mit einer Fördermenge von fast 426 Millionen Tonnen 1997 an der Weltspitze. Nach offiziell bestätigten Angaben enthalten die Lagerstätten des Königreiches über 25 Prozent der Erdölreserven der Welt. Die größten Ölfelder liegen in den Küstengebieten am Persischen Golf sowie in der Wüste Dahna (z. B. bei Khurais, Ghawar und Haradh). Saudi-Arabien verfügt außerdem über große Erdgasvorkommen, die laut UN-Angaben 3,7 Prozent der gesamten Weltvorräte ausmachen. Ebenfalls an Bedeutung gewonnen hat der Pilgerverkehr zu den bedeutendsten muslimischen Wallfahrtsorten in Mekka und Medina. Jährlich besuchen mehr als eine Million Gläubige die heiligen Stätten.
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 349 138 Millionen US-Dollar (2006; Dienstleistungen 32 Prozent, Industrie 65 Prozent, Landwirtschaft 3 Prozent); daraus ergibt sich ein BIP pro Kopf von 14 744,70 US-Dollar. Die Wachstumsrate liegt bei durchschnittlich 4,3 Prozent, die Inflationsrate bei 6 Prozent (2006). Etwa 74 Prozent der Erwerbstätigen sind im Dienstleistungssektor beschäftigt, 21 Prozent in der Industrie und 4,7 Prozent in der Landwirtschaft.
| 1. | Landwirtschaft |
Da Saudi-Arabien auf umfangreiche Nahrungsmittelimporte angewiesen ist, steht die Landwirtschaft im Vordergrund der Entwicklungspolitik. Bedingt durch den Wassermangel ist nur knapp 1 Prozent der gesamten Landfläche für den Ackerbau geeignet. Viele der ausländischen Arbeiter und Techniker arbeiten in landwirtschaftlichen Projekten.
Die wichtigsten Anbauprodukte sind Weizen, Gerste, Sorghum, Tomaten, Datteln, Melonen, Weintrauben und Zitrusfrüchte. In der Wüste Dahna und im innerarabischen Hochland gibt es größere Flächen an Weideland. Neben Kamel-, Schaf- und Ziegenhaltung haben sich auch Schweine- und Geflügelhaltung stark entwickelt.
| 2. | Forstwirtschaft und Fischerei |
Nur 1,27 Prozent Saudi-Arabiens ist bewaldet. Die Fischerei ist trotz einer Küstenlänge von etwa 2 640 Kilometern entlang von Rotem Meer und Persischem Golf kaum von Bedeutung. Garnelen sind neben Perlen und Korallen das einzige wirtschaftlich bedeutende Fischereierzeugnis.
| 3. | Bergbau |
Neben Erdöl und Erdgas werden in Saudi-Arabien Kalkstein, Gips, Marmor, Tonerde, Salz und Gold abgebaut.
Die saudi-arabische Erdölindustrie wurde 1938 nach dem Fund eines ergiebigen Ölfeldes in Dammam durch die Arabian American Oil Company gegründet. Die Gesellschaft gehörte ursprünglich vier amerikanischen Ölfirmen, wird aber seit 1974 von der Regierung Saudi-Arabiens kontrolliert. Die großen Reserven und die enormen Fördermengen machten Saudi-Arabien zu einem führenden Erdölförderland und verhalfen dem Land zu einer starken Position innerhalb der Organisation der Erdöl exportierenden Länder (OPEC), die großen Einfluss auf die Festsetzung der Ölpreise auf internationaler Ebene hat. Nach der Invasion Kuwaits durch den Irak 1990 wurde die Erdölfördermenge drastisch erhöht. Saudi-Arabien ist der weltweit bedeutendste Exporteur von Rohöl (Fördermenge 8,85 Millionen Barrel pro Tag). Der Großteil des Erdöls wird im Osten des Landes gewonnen; im Persischen Golf gibt es zudem umfangreiche Offshorefelder. Zur Erleichterung des Rohöltransports in Richtung der Hauptabsatzmärkte wurden nach 1950 zahlreiche Pipelines angelegt. Sie leiten Rohöl u. a. in den Mittelmeerhafen Sidon im Libanon. Eine weitere Pipeline, die die Erdölfelder um Abqaig im Osten des Landes mit der Hafenstadt Yanbo am Roten Meer verbindet, wurde Anfang der achtziger Jahre in Betrieb genommen. Der Großteil des Erdöles wird jedoch weiterhin aus den Häfen am Persischen Golf, insbesondere aus Ras Tanura und Dammam, ausgeführt. Saudi-Arabien fördert auch große Mengen an Erdgas.
| 4. | Industrie |
Um die einseitige Ausrichtung als Lieferant von Rohstoffen zu überwinden, werden große Investitionen in das produzierende Gewerbe getätigt. Zu den bedeutenden Industriezweigen gehören neben Erdöl- und Erdgasförderung vor allem chemische und petrochemische Industrie sowie Stahl- und Aluminiumgewinnung.
| 5. | Währung und Außenhandel |
Währungseinheit Saudi-Arabiens ist der Saudi Riyal zu 20 Qirshes und 100 Hallalas. Der Umfang des Außenhandels wird maßgeblich durch die Umsätze im Erdölsektor bestimmt. Der Anteil an Erdöl, Erdgas und petrochemischen Erzeugnissen an der Gesamtausfuhr Saudi-Arabiens liegt bei etwa 90 Prozent. Daneben werden chemische Erzeugnisse und in geringerem Umfang Datteln, Häute und Felle exportiert. Importiert werden in erster Linie Maschinen, Metalle und Metallwaren, Fahrzeuge, Nahrungsmittel, Textilien und Bekleidung. Die Haupthandelspartner Saudi-Arabiens sind neben den arabischen Nachbarländern die Vereinigten Staaten, Japan, die EU-Staaten, Südkorea und Singapur.
| 6. | Verkehrswesen |
Das Verkehrsnetz Saudi-Arabiens wird weiter ausgebaut. Das Straßennetz des Landes hat eine Länge von 152 044 Kilometern; davon sind 30 Prozent befestigt. Saudi-Arabien verfügt zudem über ein Eisenbahnnetz mit einer Schienenlänge von 1 000 Kilometern. Die Hauptlinie verbindet Riad mit Dammam. Die Hafenstädte Djidda und Yanbo liegen am Roten Meer; Al Jubayl, Dammam und Ras Tanura sind die wichtigsten Erdölexporthäfen am Persischen Golf. Die staatlichen Fluggesellschaften Saudi-Arabiens bieten auch Auslandsflüge an. Die wichtigsten Flughäfen sind Dhahran, Djidda und Riad.
| 7. | Tourismus |
Eine große Anzahl muslimischer Pilger besucht jedes Jahr die beiden im Westen des Landes gelegenen heiligen Stätten des Islam: Mekka, der Geburtsort des Propheten Mohammed, und Medina, der Ort, wo er begraben liegt. Der Pilgerverkehr hat sich zu einem enormen Wirtschaftsfaktor entwickelt, da die Besucher zum Teil beachtliche Geldsummen im Land ausgeben. Im Mai 2000 wurden auch die Einreisebestimmungen für Besucher aus westlichen Ländern gelockert.