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Honshu

Honshu, auch Hondo, größte Insel Japans und siebtgrößte Insel der Welt. Im Norden wird Honshu durch die Tsugarustraße von Hokkaido getrennt, im Süden durch die Shimonosekistraße von Shikoku und Kyushu. Im Osten wird Honshu vom Pazifischen Ozean, im Westen vom Japanischen Meer begrenzt.

Honshu ist etwa 1 000 Kilometer lang, zwischen 48 und 241 Kilometer breit und hat zusammen mit fast 200 kleinen vorgelagerten Inseln eine Fläche von 230 455 Quadratkilometern. Ein lang gestrecktes Bergmassiv durchzieht die Insel von Norden nach Südwesten. In den zentralen Teilen Honshus trifft es auf weitere – quer zur Hauptrichtung verlaufende – Gebirgszüge. Einer davon wird wegen seiner schroffen Formen auch als Japanische Alpen bezeichnet. Der im Osten der Insel gelegene Fujisan, der höchste Berg des Landes, ist 3 776 Meter hoch. Dieser Berg gilt im Shintoismus als heiliger Ort und wird jedes Jahr von zahlreichen Pilgern bestiegen. Nicht zuletzt wegen seiner symmetrischen Form und seiner landschaftlichen Schönheit ist er auch ein beliebtes Motiv der japanischen Kunst. Der Asama, mit 2 542 Metern der höchste noch aktive Vulkan Japans, erhebt sich im Zentrum von Honshu.

Auf der Insel fließen die längsten Flüsse Japans, darunter der ins Japanische Meer mündende Shinano (mit 367 Kilometern längster Fluss des Landes), der Tone und der Kino. Die zahlreichen Seen, z. B. der Biwasee (mit einer Fläche von 670 Quadratkilometern größter See Japans), dienen als Sommererholungsgebiete. Weitere landschaftliche Höhepunkte sind einige Schutzgebiete, darunter auch der Nationalpark Bandai-Asahi.

Honshu liegt in einer tektonisch überaus labilen Zone und wird nicht nur von Vulkanausbrüchen, sondern häufig auch von schweren Erdbeben betroffen. Auch größere Städte bleiben vor diesen Naturkatastrophen nicht verschont. Besonders schwere Erdbeben vernichteten 1923 Teile der japanischen Hauptstadt Tokyo und 1995 einige Stadtviertel von Kobe. Neben den Erdbeben verursachen die Taifune des Spätsommers mit ihren starken Niederschlägen immer wieder verheerende Überschwemmungen. Die Küste am Pazifischen Ozean wird von Zeit zu Zeit von Tsunamis heimgesucht. Honshu weist ein großes meridionales Temperaturgefälle auf: So ist die Wachstumsperiode im Süden der Insel um circa 100 Tage länger als im Norden.

Weite Teile der Geschichte Japans wurden von dieser Insel geprägt, von ihr gingen wesentliche politische, wirtschaftliche und kulturelle Impulse aus. Die Verkehrsverbindungen zu den anderen japanischen Hauptinseln Hokkaido, Kyushu und Shikoku sind gut; es bestehen Anbindungen über Eisenbahntunnel (wie den 1988 fertig gestellten, 53,6 Kilometer langen Seikantunnel zwischen Honshu und Hokkaido) und Brücken. Die 1998 für den Verkehr freigegebene Akashi-Kaikyo-Brücke verbindet seit 1998 Honshu mit der vorgelagerten Insel Awaji und ist mit knapp vier Kilometern die längste Hängebrücke der Welt. Viele der größten Städte und bedeutendsten Wirtschaftsstandorte des Landes befinden sich auf Honshu. Neben Tokyo sind dies u. a. Osaka, Nagoya, Kyoto, Yokohama, Kobe und Hiroshima. Bevölkerungsschwerpunkt ist die Ostküste; das Landesinnere und die Westseite am Japanischen Meer standen demgegenüber immer im Schatten der pulsierenden Zentren und blieben überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Noch heute spielt der Anbau von Obstbäumen eine herausragende Rolle. Honshu ist die bevölkerungsreichste Insel Japans. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 98 Millionen.