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Kalmücken

Kalmücken, westmongolisches Volk. Vom 15. bis zum 17. Jahrhundert lebten die Kalmücken nomadisch und kämpften mit den Chinesen um Peking. Später zogen sie in das osteuropäische Gebiet am unteren Lauf der Wolga. Um 1771 floh eine Gruppe von etwa 300 000 Kalmücken vor dem russischen Zaren nach China. Auf seinem Weg wurde der Zug von Russen und Turkvölkern angegriffen. Nur ein Drittel der Flüchtlinge erreichte den chinesischen Teil Turkistans. Der chinesische Kaiser Gaozong siedelte die Überlebenden im Flussbecken des Ili an. Einige Kalmücken blieben in den Steppen des Wolgagebiets, wo ihre Nachfahren noch heute leben. Auch in ganz Zentralasien findet man Kalmücken. Insgesamt gibt es heute noch 147 000 von ihnen.

Die zaristische Regierung Russlands unternahm wiederholt Versuche, die nomadischen Kalmücken in einem Reservat in der Nähe von Astrachan anzusiedeln. 1935 gründete die sowjetische Regierung eine eigene Republik für die Kalmücken, die Kalmückische ASSR (Autonome Sozialistische Sowjetrepublik). Da die Kalmücken im 2. Weltkrieg deutsche Truppen unterstützten, löste die Regierung die Kalmückenrepublik wieder auf und siedelte die Kalmücken nach Sibirien um. Daraufhin wanderten viele nach Europa und in die Vereinigten Staaten aus. 1958 wurde die autonome Sowjetrepublik der Kalmücken wieder hergestellt: Zahlreiche Angehörige des Volkes kehrten in das Gebiet zurück. Heute stellen die Kalmücken mehr als die Hälfte der Bevölkerung des autonomen Gebiets der Kalmücken in Russland. Sie sind vor allem in der Landwirtschaft tätig.

Als einziges Volk aus der Gruppe der Mongolen hängen die Kalmücken dem Buddhismus an. Die schriftlich niedergelegte Literatur der Kalmücken umfasst Mythen, Gedichte, Gesetzessammlungen und historische Darstellungen.