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| 2. | Mittel, Techniken und Gattungen |
Es müssen verschiedene Verfahren unterschieden werden, die sich im Lauf ihrer Geschichte herausgebildet haben. Dabei wird entsprechend dem jeweiligen Bildträger differenziert. Die wichtigsten Techniken der Wandmalerei und Deckenmalerei sind die Malerei al fresco (= auf dem frischen Putz) und al secco (= auf trockenem Putz), die Enkaustik und verschiedene Techniken der Fassadenmalerei bis hin zu Graffiti (siehe Sgraffito). Die Temperamalerei ist ebenfalls eine alte Technik; bei ihr wurden Pigmente in Pulverform mit Eiweiß gebunden und auf eine grundierte Oberfläche, meist eine Holztafel, aufgetragen. Die Ölmalerei auf einem Leinwandträger ist wohl im ausgehenden Mittelalter von den flämischen Brüdern Jan und Hubert van Eyck erfunden worden und verdrängte im Lauf des 15. Jahrhunderts das Fresko und die Temperamalerei.
Als Bildträger für Techniken, die vor allem seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert geübt werden, wie Pastell, Aquarell und Gouache, dienen Papier und Malkarton. Die Malerei mit Acrylfarben hat heute die Ölmalerei fast abgelöst. Buchmalerei bediente sich der Deckfarbentechnik (Gouache und Tempera) und anderer Techniken wie der Verwendung von Goldtinten und Blattgold.
Malerei im Bereich des Kunsthandwerks gliedert sich in Porzellanmalerei, Lackmalerei, Glasmalerei, Hinterglasmalerei (siehe Volkskunst), Malerei auf Keramik und Emailmalerei. Auch die Oberfläche von dreidimensionalen Gegenständen wie Holzplastiken wird mit malerischen Techniken gestaltet, wozu auch das Fassen (Lackieren und Bemalen von Plastiken) zu rechnen ist (siehe Skulptur). Die Freiheit der Malerei umfasst sämtliche Möglichkeiten der bildlichen Darstellung von Vorstellungen, wobei zum Inhalt alle Dinge der sichtbaren und gedanklichen Welt gemacht werden können. Die Spanne des Inhalts und der Funktion von Malerei reicht von magisch-kultischen Funktionen über das Bedürfnis nach Schmuck bis zur Befriedigung von Luxusbedürfnissen. Jedes Thema der Malerei wie Landschaft, Porträt, Genre oder Ornament hat seine eigene Geschichte, wie auch bestimmte Motive immer wieder in verwandelter Form auftauchen können.