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Apokryphen des Neuen Testaments (griechisch apókryphos: verborgen), Titel, der sich auf mehr als 100 Bücher bezieht, die von christlichen Autoren zwischen dem 2. und 4. Jahrhundert geschrieben wurden. Die Bücher weisen zwei grundlegende gemeinsame Merkmale auf: (1) Sie ähneln in ihrer Form den Schriften des Neuen Testaments, wobei sich viele in die literarische Kategorie Evangelium, Dekret, Brief und Apokalypse einteilen lassen; (2) Sie gehören weder zum Kanon des Neuen Testaments noch zu den Schriften der Kirchenväter.
Einige der Schriftstücke wurden in Gruppen wie den Gnostikern für Eingeweihte geschrieben (siehe Gnostik). Für diese Gruppen, die behaupteten, Wissen aus einer geheimen Überlieferung zu besitzen, waren diese Werke tatsächlich apokryphe, d. h. verborgen gehaltene Bücher. Andere wurden für den öffentlichen und allgemeinen Gebrauch in Kirchen geschrieben, zu deren Gemeinden die Autoren gehörten und wurden nicht in den altkirchlichen Kanon der Bibel aufgenommen. Einige der Schriften, wie das Hebräerevangelium, haben möglicherweise im Alltagsleben der Christen eine wichtige Rolle gespielt. Andere wurden in gnostischen Kreisen gelesen, z. B. der Brief von Eugnostos in den Nag-Hammadi-Texten, einer Sammlung gnostischer Abhandlungen, die zwischen 1945 und 1946 entdeckt wurde. Die Kindheitsgeschichte des heiligen Thomas und die Pilatusdekrete wurden in erster Linie deswegen geschrieben, um die Wissbegierde des einfachen Volkes zu befriedigen. Sie behandeln u. a. Einzelheiten des Lebens Jesu, die bis dahin unbekannt waren.
Der Begriff Apokryphen wird von Katholiken und Protestanten in Bezug auf die Bibel unterschiedlich verwendet. Bei der Bezeichnung „Apokryphen des Neuen Testaments” gibt es jedoch einen einheitlichen Sprachgebrauch.