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Heinrich der Seefahrer (1394-1460), Prinz von Portugal, gilt als der Vater der Seefahrt und der Navigation.
Heinrich wurde am 4. März 1394 als dritter Sohn von Johann I., König von Portugal, in Porto (Portugal) geboren. Er nahm an der Eroberung von Ceuta im Jahr 1415 teil, woraufhin er die Verteidigung und Verwaltung dieser Stadt übernahm.
Später ließ er sich in Sagres (Portugal) in der Nähe des Kap São Vicente nieder, wo er ein Observatorium und die erste Schule für Seefahrer in Europa gründete. Heinrich veranlasste außerdem zahlreiche Verbesserungen im Schiffbau; u. a. wurde in Sagres der Segelschiffstyp der Karavelle entworfen. Er selbst fuhr nicht zur See, doch wurden unter seinem Patronat viele wichtige Forschungsreisen entlang der afrikanischen Westküste unternommen.
Sein langfristiges Ziel war es, einen Seeweg nach Indien und dem Fernen Osten zu finden, um dort Handelsverbindungen aufzubauen, die nicht von arabischen Händlern kontrolliert wurden. Die Araber zogen Nutzen aus ihrer geographischen Lage und belegten alle Waren, die durch ihr Gebiet transportiert wurden, mit Steuern. Außerdem wuchsen die religiösen Spannungen im Mittleren Osten, nachdem die letzten islamischen Außenposten von der Iberischen Halbinsel vertrieben worden waren. Ein Seeweg war also auch wichtig, um die Sicherheit und Kontinuität des Handels aufrechtzuerhalten. Heinrichs Seefahrer gelangten 1420 nach Madeira, segelten 1434 um das Kap Bojador, 1441 um das Kap Blanc (beide in Westsahara), umsegelten 1445 das Cap Vert (bei Dakar, Senegal) und erreichten etwa um 1446 die Mündung des Flusses Gambia (im heutigen Gambia). Die vollständige Route einer Afrikaumsegelung und der weitere Weg nach Indien wurden erst von Vasco da Gama 1497 bis 1498 entdeckt. Heinrich der Seefahrer starb am 13. November 1460 in Sagres (Portugal).