Golfstrom
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Golfstrom
2. Entstehung und Dynamik

Der Golfstrom entsteht aus zwei Äquatorialströmungen – dem Nordäquatorialstrom und dem Südäquatorialstrom. Der Nordäquatorialstrom fließt in westlicher Richtung und folgt dabei etwa dem Verlauf des Wendekreises des Krebses; der Südäquatorialstrom entsteht an der Küste des südwestlichen Afrika, fließt an der Küste Südamerikas entlang und dann in nördlicher Richtung in das Karibische Meer. Diese beiden warmen Strömungen bilden den Golfstrom. Hinzu kommt Wasser aus dem Golf von Mexiko, nach dem die Meeresströmung benannt ist.

In der Meerenge zwischen Florida auf der einen Seite und den Bahamas und Kuba auf der anderen Seite ist der Golfstrom höchstens 80 Kilometer breit und etwa 650 Meter mächtig. Die Wassertemperatur an der Oberfläche beträgt rund 25 °C, die Oberflächenströmung liegt bei etwa fünf Kilometern pro Stunde. Weiter nördlich wird der Strom breiter, auf der Höhe von New York hat er eine Breite von ungefähr 500 Kilometern erreicht. Zwischen dem Golfstrom und der nordöstlichen Küste der Vereinigten Staaten von Amerika befindet sich eine Zone mit kälterem Wasser, die so genannte Cold Wall (Kalte Wand).

Südlich der Grand Banks trifft der Golfstrom auf den kalten Labradorstrom. Die Vermischung der beiden führt zu Strudeln und Turbulenzen. Von dort aus fließt der Nordatlantische Strom mit rund acht Kilometern pro Tag nach Nordosten. Die Drift spaltet sich auf: Die mittlere und größte Strömung fließt bis zur europäischen Küste und dreht dann nach Norden ab. Eine nördliche Zunge, der Irminger-Strom, erstreckt sich bis zur Süd- und Westküste von Island; eine südliche Abzweigung fließt an den Azoren und den Kanarischen Inseln vorbei.

Auf seinem Weg von der Entstehung bis zur Ankunft im Gebiet der Grand Banks behält der Golfstrom seine besonderen Merkmale: die hellblaue Farbe und den hohen Salzgehalt. Nach dem Zusammenfließen mit dem Labradorstrom geht die charakteristische Farbe verloren, der Salzgehalt bleibt im Nordatlantischen Strom jedoch erhalten.

Einen wesentlichen Anteil an der Dynamik der Zirkulation hat der Unterstrom, der in etwa 3 000 Meter Tiefe von den küstennahen Gewässern Europas durch den nördlichen Atlantik nach Nord- und Mittelamerika fließt. Das System wird auch durch unterschiedliche Temperaturen und Salzgehalte angetrieben: Das kältere und salzreichere Wasser ist schwerer und sinkt in die Tiefe, wodurch es zu Ausgleichsbewegungen in den oberflächennahen Wasserschichten kommt.