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Gregor IX.

Gregor IX. (um 1170 bis 1241), vor seinem Papstamt (1227-1241) Ugolino Graf von Segni, Organisator der Inquisition und Vertreter der päpstlichen Suprematie.

Ugolino de Segni stammte aus der italienischen Stadt Anagni. Er studierte in Paris und Bologna, ehe sein Onkel Innozenz III. ihn 1198 zum Kardinal ernannte. Gregors Pontifikat stand im Zeichen eines Konfliktes mit Kaiser Friedrich II., der seine Macht in Italien zu festigen suchte und deshalb in Konflikt mit Gregor geriet, der ein enger Verbündeter des Lombardenbund, des wichtigsten Gegners Friedrichs II. war.

Nachdem Friedrich 1227 aufgrund einer Krankheit einen Kreuzzug abgesagt hatte, den er anlässlich seiner Kaiserkrönung dem Papst versprochen hatte, exkommunizierte der Papst den Kaiser zunächst und zwang ihn so, 1229 wirklich ins Heilige Land zu ziehen. Die Furcht davor, dass Friedrich, der Süditalien beherrschte, die Macht in ganz Italien an sich reißen und damit zusammenhängend den Kirchenstaat besetzen wolle, veranlasste Gregor dazu, den Kaiser 1239 erneut zu bannen. Dieser blockierte daraufhin militärisch das Zustandekommen eines Konzils in Rom, von welchem Gregor sich militärische und politische Unterstützung gegen seinen Feind erhofft hatte. Der Streit zwischen Kurie und Kaiser überdauerte den Tod des Papstes, der am 22. August 1241 verstarb.

Eine persönliche Freundschaft verband Gregor hingegen mit dem heiligen Dominikus und mit Franz von Assisi, deren Orden er förderte. Zur Bekämpfung der so genannten Albigenser unterstellte Gregor IX. 1231 durch seine Bulle Excommunicamas die Verfolgung von Häretikern (siehe Ketzer) der Oberaufsicht der Kurie und begründete damit faktisch die Inquisition. Auch ordnete Gregor die Sammlung aller Dekretalen an und schuf damit wichtige Voraussetzungen für die Kodifizierung des Kanonischen Rechts, wie es bis 1917, bis zum Erscheinen des Codex Iuris Canonici, galt.