Semantik
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Semantik
3. Gegenstand und Aufgaben

Ein Grundproblem jeder Beschäftigung mit Semantik ist die Schwierigkeit, ihren Gegenstand zu definieren. Anders als Phonologie, Morphologie oder Syntax ist der Gegenstand der Semantik – die Bedeutung – nicht materiell gegeben. Da somit die „Bedeutung von Bedeutung” unklar ist, fehlt eine Möglichkeit einer unmittelbaren Verifikation jeglicher theoretischer Aussage. Man kann die Bedeutung demnach nicht direkt angeben, sondern muss sie etwa durch Methoden wie Paraphrasieren zugänglich machen. Dadurch ergibt sich ein weiteres Problem: Wenn die Bedeutung eines sprachlichen Zeichens wiederum sprachliche Zeichen sind, so müsste zuvor deren Bedeutung angegeben werden. Dieser Zirkel lässt sich durch die Benutzung einer streng definierten Metasprache als Beschreibungssprache beheben. Wären diese Probleme gelöst, ergäbe sich jedoch eine weitere Schwierigkeit, die Frage nach der Abgrenzung von Bedeutung. Hierher gehören Fragen nach Einteilungen wie Kernbedeutung und Randbedeutung, d. h. vereinfacht, warum beispielsweise zur Beschreibung der Bedeutung des Wortes „Kuh” das Körperteil Euter wichtiger ist als der Schwanz.

Ungeachtet aller methodischen Probleme liegt die Aufgabe der Semantik in folgenden zwei Punkten: 1. Die Bedeutung von sprachlichen Zeichen zu beschreiben (Einzelbedeutung). 2. Die Bedeutungsbeziehungen zwischen sprachlichen Zeichen zu beschreiben z. B. Synonymie u. a. (Bedeutungsrelationen). Diese beiden Aufgaben multiplizieren sich mit zwei weiteren Kriterien: 3. Sprachliche Zeichen gibt es auf der Wortebene (Wortsemantik) und auf der Satzebene (Satzsemantik). 4. Neben der Beschreibung von Bedeutung (synchronisch) darf außerdem die Frage nach dem Bedeutungswandel (diachronisch) nicht außer Acht gelassen werden. Es ist zudem nicht klar, ob diese methodisch getrennten Teilfragen letztlich auch getrennt behandelt werden können.