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Shetland-Inseln

Shetland-Inseln, Gruppe der Britischen Inseln und Verwaltungsregion von Schottland in der Nordsee.

Die Inselgruppe, rund 200 Kilometer nordöstlich des schottischen Festlandes und circa 80 Kilometer nordöstlich der Orkney-Inseln, besteht aus insgesamt etwa 100 Inseln. Die Fläche beträgt 1 407 Quadratkilometer. Größte Insel ist Mainland mit 940 Quadratkilometern, auf der auch das Verwaltungszentrum Lerwick liegt.

Die geologische Struktur der Shetland-Inseln gleicht der der schottischen Highlands. Die überwiegend aus Sandstein, Schiefer und Gneis aufgebauten Inseln haben stark gegliederte Küsten und sind hügelig. Das ozeanische Klima ist aufgrund des Einflusses des Golfstromes milder, als es der geographischen Breite entspricht. Die mittleren Temperaturen liegen im Winter um 3 °C, im Sommer erreichen sie 13 °C. Wegen häufiger Stürme gedeihen Bäume nur in geschützten Lagen, die Inseln sind überwiegend von Weideland geprägt. Typische Vertreter der Pflanzenwelt sind Heidekraut, Ginster und Torfmoos. Besonders artenreich präsentiert sich die Vogelwelt, u. a. mit Großen Raubmöwen, Eissturmvögeln und Seeschwalben. Die Insel Fair Isle ist eine wichtige Station für die Zugvögel. Hier entstand 1948 der Bird Observatory Trust, eine Station zur Beobachtung und Überwachung der Vögel. Berühmt sind die Shetlandponys.

Die Einwohnerzahl liegt bei etwa 22 000; von den Inseln sind nur 17 bewohnt. Ab den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts setzte eine starke Abwanderung von Arbeitskräften auf das britische Festland ein. Mit der Entdeckung von Ölvorkommen in der Nordsee endete dieser Prozess.

Haupterwerbsquelle für die meisten Bewohner ist die Landwirtschaft, vor allem die Schafzucht für die berühmte Shetlandwolle. Eine wichtige Rolle spielen auch Wollverarbeitung, Lachszucht und Fischfang sowie der Erdölsektor. Die Hafenstadt Scalloway an der Westküste von Mainland war früher die Hauptstadt der Shetland-Inseln. Im 2. Weltkrieg wurde der Hafen von norwegischen Befreiungskämpfern genutzt. Die Entdeckung großer Ölvorkommen in den Ölfeldern Brent und Ninian nordöstlich der Shetland-Inseln führte zum Bau des Ölterminals in Sullom Voe an der Nordküste von Mainland. Hier wird etwa die Hälfte des britischen Bedarfs an Erdöl umgeschlagen.

Die ältesten Funde wurden in der Nähe von Sumburgh Head an der Südspitze von Mainland entdeckt und stammen aus der Bronzezeit. Im 8. und 9. Jahrhundert wurden die Inseln von den Wikingern erobert, 1472 gingen sie zusammen mit den Orkney-Inseln in schottischen Besitz über.

Im Januar 1993 lief der Tanker Braer vor den Shetland-Inseln auf einen Felsen und verlor mehr als 85 000 Tonnen Öl. Schwere Stürme verteilten das Öl großflächig und verhinderten die befürchtete Umweltkatastrophe.