Boden
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Boden
1. Einleitung

Boden, im Sinne der Bodenkunde die an der Erdoberfläche oder auch am Grund von Gewässern entstandene, zum Teil mit Luft und Wasser gefüllte und von Lebewesen besiedelte Schicht der obersten Erdkruste.

Diese Schicht entsteht durch die Prozesse der Verwitterung, Ablagerung, Verlagerung und Umwandlung und besteht immer aus toter anorganischer und organischer Substanz, aber auch aus lebenden Organismen. Ein gerade abgelagerter, noch nicht von Lebewesen besiedelter Flugsand ist z. B. demnach kein Boden, sondern ein Sediment. Eine der zahlreichen Definitionen des Begriffes „Boden” nennt als Kriterium, dass ein Boden geeignet sein muss, höheren Pflanzen als Standort zu dienen; eine an der Oberfläche leicht angewitterte, mit Algen und Flechten bewachsene Felswand gilt deshalb ebenfalls nicht als Boden.

Die Besiedlung mit Lebewesen kennzeichnet die Böden als Teile der Biosphäre. In ihnen durchdringen sich die Lithosphäre, die Atmosphäre, die Hydrosphäre und die durch Tätigkeiten des Menschen stark beeinflusste Anthroposphäre. Der gesamte Durchdringungsbereich wird als Pedosphäre (griechisch pedon: Boden) bezeichnet. Im Vergleich mit den anderen Sphären ist die äußere Bodenhülle der Erde extrem dünn, im Allgemeinen misst sie wenige Dezimeter bis Meter, sehr tiefgründig verwitterte Böden sind ausnahmsweise auch einige zehn Meter dick. Bei solch tiefgründigen Böden, die vor allem in den feuchten Tropen verbreitet vorkommen, ist allerdings im Bodenprofil nicht immer eine eindeutige Grenze zwischen dem belebten Boden und dem lediglich physikalisch und chemisch verwitterten Gestein zu ziehen.

Der Boden gliedert sich in der Regel in verschiedene Horizonte. Darunter versteht man mehr oder minder parallel zur Erdoberfläche verlaufende Teilbereiche der Bodendecke. Sie werden in der Bodenkunde mit Buchstaben gekennzeichnet, z. B. als A-Horizont (der mineralische Oberboden), als B-Horizont (der mineralische Unterboden) oder als C-Horizont (das Gestein, das unter dem Boden liegt und aus dem er sich in der Regel entwickelt hat und das den untersten der Bodenhorizonte bildet). Über diese drei am häufigsten vorkommenden Horizonte hinaus unterscheidet man noch eine Reihe anderer Horizonttypen, etwa den G-Horizont, der durch Grundwasser beeinflusst ist. Eine genauere Charakterisierung der Bodenhorizonte erfolgt durch Kleinbuchstaben, die in Art einer Formel den Großbuchstaben hinzugefügt werden, beispielsweise steht das Symbol „Ah” für einen humushaltigen Oberbodenhorizont oder „Cv” für das verwitterte Gestein. Mitunter fasst man die A- und B-Horizonte zum Solum (lateinisch solum: Boden) zusammen. Bodenkrume ist eine andere Bezeichnung für den humushaltigen Oberboden.