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Juvenal, eigentlich Decimus Junius Juvenalis, (um 65 bis ca. 128), römischer Satiriker. Über sein Leben ist nur wenig bekannt. Juvenal stammte aus Aquinum in Süditalien, diente kurze Zeit in der Armee und wurde nach einem Streit mit Kaiser Domitian verbannt (möglicherweise nach Ägypten). Nach seiner Rückkehr nach Rom lebte er in Armut, doch gegen Ende seines Lebens verbesserten sich seine Lebensumstände, möglicherweise aufgrund der Protektion des Kaisers Hadrian.
Juvenals literarische Aktivität fiel in die drei Jahrzehnte 98 bis 128. Sein Ruf gründet sich vorrangig auf die (in Hexametern verfassten) 16 erhalten gebliebenen Satiren. Sie zeichnen sich durch einen erstaunlich modern wirkenden, pointierten Stil aus und kritisieren schonungslos Torheiten und Laster der Gesellschaft im kaiserlichen Rom, vor allem Standesdünkel, Heuchelei, Völlerei und materielle Gier sowie die Bestechlichkeit der domitianischen Verwaltung. Darüber hinaus vermitteln diese Texte dem heutigen Leser ein anschauliches Bild der damaligen Lebensumstände. Nach eigener Aussage Juvenals waren seine Vorbilder Lucilius und Horatius, allerdings fehlt jenen der für ihn charakteristische Zynismus. Juvenals Satiren fanden einen starken Nachhall bei englischen Dichtern des 17. und 18. Jahrhunderts. John Dryden, Jonathan Swift und Samuel Johnson übersetzten sie und nahmen sie zum Muster für eigene satirische Gedichte. Johnsons Vanity of Human Wishes (1749; Die Eitelkeit der menschlichen Wünsche) ist zum Beispiel eine Nachahmung der zehnten Satire Juvenals.