Soziologie
Klicken Sie im Menü Datei auf Drucken, um die Informationen zu drucken.
Soziologie
3. Gegenstände der soziologischen Forschung

Die Soziologie beschäftigte sich zunächst hauptsächlich mit Theorien zum historischen Wandel sowie mit der Erforschung der Beziehungen und gegenseitigen Abhängigkeiten zwischen Wirtschaft, Staat, Familie und Religion. Als wissenschaftliche Disziplin versuchte sie von Anfang an die Erkenntnisse der anderen Sozialwissenschaften in ein System zu integrieren.

Die Betonung empirischer Untersuchungen anhand statistischer Forschungsmethoden lenkte die Aufmerksamkeit von der abstrakten Ideenwelt der Gelehrten des 19. Jahrhunderts hin zu Teilbereichen der gesellschaftlichen Praxis.

Die ältesten Spezialdisziplinen der Soziologie sind jene, die sich auf soziale Phänomene konzentrieren, wie z. B. Ehe und Familie, soziale Ungleichheit und soziale Schichtenbildung, ethnische Beziehungen, abweichendes Verhalten, städtische Gemeinden und komplexe oder formale Organisationen. Neuere Unterbereiche untersuchen die sozialen Aspekte der Gerontologie und die Soziologie der Geschlechter und Geschlechterrollen.

Ein weiteres wichtiges Feld der Soziologie ist die Untersuchung der Sozialstruktur in institutionellen Bereichen: Politik, Recht, Religion, Erziehungswesen, Militär, Industrie, Wissenschaft und Massenmedien. Weitere Forschungsgebiete haben die soziologischen Aspekte von Sprache, Medizin, Wissenschaft und Kunst zum Gegenstand.

Demographie und Kriminologie existierten als Fachdisziplinen bereits vor ihrer formellen Einbindung in die Soziologie.

Einer der ältesten interdisziplinären Forschungsbereiche ist die Sozialpsychologie. Während sich Soziologen primär mit sozialen Normen, Rollen, Institutionen und der Struktur von Gruppen beschäftigen, konzentrieren sich Sozialpsychologen auf die Auswirkungen dieser verschiedenen Bereiche auf die Persönlichkeit des Individuums. Sozialpsychologen haben Pionierarbeit auf den folgenden Gebieten geleistet: Interaktion in kleinen, informellen Gruppen, Verbreitung von Einstellungen und Ansichten in einer Bevölkerung und die Entstehung von Charakter und Lebenseinstellung unter dem Einfluss von Familie, Schule, Peergroups (Meinungsführer) und anderen sozialen Instanzen. Hierbei sind u. a. auch die Ideen Sigmund Freuds und späterer Psychoanalytiker von Bedeutung gewesen.

Die vergleichende historische Soziologie konnte in den letzten Jahren einen enormen Aufschwung verzeichnen. Viele Historiker haben sich von soziologischen Konzepten inspirieren lassen; zur selben Zeit haben manche Soziologen groß angelegte historisch-komparative Untersuchungen durchgeführt.