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| 4. | Forschungsmethoden |
Die soziologische Methodik reicht von umfangreichen mathematischen Statistiken bis hin zur Textinterpretation. Dabei stützt sie sich auch in hohem Maße auf statistische Primärdaten, die regelmäßig von öffentlichen Institutionen (in Deutschland neben dem Statistischen Bundesamt die Statistischen Landesämter) zusammengetragen werden, wie die Ergebnisse von Volkszählungen und Bevölkerungsstatistiken sowie Daten zur Arbeitslosigkeit, Einwanderung, Verbrechenshäufigkeit und anderen Phänomenen.
| 1. | Teilnehmende Beobachtung |
Die unmittelbare Beobachtung eines bestimmten gesellschaftlichen Geschehens, also die zeitweise Zugehörigkeit zu der untersuchten Gruppe, ist eine der effektivsten methodischen Vorgehensweisen, die allerdings nicht immer zu realisieren ist. Soziologen erhalten auch Informationen, indem sie sich auf zuverlässige Informanten aus dieser Gruppe verlassen. Beide Methoden sind vor allem von Ethnologen entwickelt und eingesetzt worden.
Die Arbeit des in Kanada geborenen amerikanischen Soziologen Erving Goffman bietet sowohl Modelle als auch den theoretischen Überbau für solche Untersuchungen. Nach seiner Auffassung, die von vielen Fachkollegen geteilt wird, ist das Alltagsleben die Grundlage sowohl der gesellschaftlichen Realität als auch aller statistischen und konzeptionellen Abstraktionen. Dieser Schwerpunkt hat zu intensiven mikrosoziologischen Untersuchungen unter Einsatz von Tonbandgeräten und Videokameras angeregt, die weniger in konstruierten, experimentellen sozialen Situationen als vielmehr am Schauplatz des Geschehens selbst durchgeführt wurden. Siehe auch Teilnehmende Beobachtung
| 2. | Quantitative Methoden |
Die quantitative Soziologie umfasst die Darstellung von großen Mengen statistischer Daten, Methoden der Datenerhebung und den Einsatz anspruchsvoller mathematischer Modelle sowie neuerdings Computersimulationen sozialer Prozesse. In Deutschland haben die Simulationsexperimente der Forschergruppe um Dietrich Dörner, Professor für Psychologie in Bamberg, das Handeln in komplexen Entscheidungssituationen verstehbarer gemacht.
| 3. | Umfrageanalysen |
In den vierziger und fünfziger Jahren galt die Durchführung von empirischen Meinungsumfragen als die wichtigste soziologische Forschungsmethode. Die heutige Form der Umfragen vor Wahlen und zu Marktforschungszwecken wurde zum ersten Mal in den dreißiger Jahren eingesetzt.
Weitere Einsatzgebiete von Umfragen sind z. B. die Untersuchung von Vorurteilen sowie der Wirkung der Massenmedien. Obwohl Umfragen ein wichtiges Instrument sind, um Erkenntnisse zu gewinnen, bleibt ihre Reichweite beschränkt. Die direkte Beobachtung sozialen Verhaltens kann nicht durch mündliche Antworten auf eine genormte Fragenliste ersetzt werden, selbst wenn sich solche Antworten leicht für die Erstellung von statistischen Tabellen und eine beliebige Vielzahl anderer Ziele verwenden lassen. Die Beobachtung versetzt einen Soziologen in die Lage, gründliche Informationen über bestimmte Gruppen zu erhalten; die Umfragenanalyse auf der anderen Seite liefert Soziologen vereinheitlichte, aber oberflächliche Informationen über einen viel größeren Bevölkerungsanteil.