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| 2. | Körperbau |
Der Körper der Insekten ist in drei Teile gegliedert: Kopf, Brust (Thorax) und Hinterleib (Abdomen). Jeder dieser Teile setzt sich aus mehreren Segmenten zusammen, die einander prinzipiell gleichen (entsprechend dem Bauplan der Gliedertiere); vor allem Kopf- und Brustsegmente sind jedoch oft stark abgewandelt. Die ursprünglich sechs Segmente des Kopfes sind außerdem in der Regel so stark miteinander verschmolzen, dass man sie kaum voneinander abzugrenzen vermag. Am Kopf sitzen zwei Antennen (Fühler), das Labrum (Oberlippe), ein Paar Mandibeln (Oberkiefer), ein Paar Maxillen (Unterkiefer), die wiederum ein Paar Palpen (Taster) tragen; weiterhin ein verschmolzenes zweites Maxillenpaar, das Labium (Unterlippe), ebenfalls mit einem Paar Taster. Die normalerweise an der Vorderseite des Kopfes sitzenden Antennen sind gegliedert. Bei einigen Insekten tragen die Fühler Geruchs- und Tastsinnesorgane. Die Mandibeln sind große, starke, auf beiden Seiten des Mundes sitzende Zangen, die horizontal schließen und zum Ergreifen und Zerbeißen von Nahrung dienen. Die Mundwerkzeuge zahlreicher Insekten, die sich auf flüssige Nahrung spezialisiert haben, sind zum Saugen und/oder Stechen oder Lecken umgewandelt.
An jedem der drei Brustsegmente sitzt jeweils ein Beinpaar, so dass alle Insekten insgesamt sechs Beine besitzen. Viele Larven weisen zusätzlich mehrere Paare beinartiger Körperanhänge auf, die man als Bauch- oder Afterfüße bezeichnet. Die Gestalt der Beine variiert je nach Art der Nutzung, doch alle Insektenbeine bestehen aus fünf Gliedern; das letzte Glied, der Tarsus, ist seinerseits meist gegliedert und trägt winzige Klauen oder Haftläppchen. Bei den geflügelten Insekten sitzt am zweiten und am dritten Brustsegment jeweils ein Paar häutige Flügel. Einige Insektenordnungen haben gar keine oder nur zwei Flügel; bei den Zweiflüglern (Fliegen und Mücken) etwa sind die Hinterflügel zu Schwingkölbchen (Halteren) umgewandelt, die durch Rotation die Tiere im Flug stabilisieren helfen. Die Flügelmembranen enthalten ein Netzwerk aus erhärteten Röhren, den so genannten Adern, die den Flügel versteifen. Das Adermuster der Flügel ist meist charakteristisch für die jeweiligen Arten und wird daher von Entomologen oftmals als Grundlage zur Klassifizierung genutzt.
Der Hinterleib von Insekten besteht in der Regel aus zehn oder elf deutlich abgegrenzten Segmenten. Der After liegt stets am letzten Segment; bei einer Reihe von Ordnungen, z. B. Schaben, Libellen, Ohrwürmern und Steinfliegen, sitzt an diesem Segment noch ein Paar Fühler, die man Cerci nennt. Bei weiblichen Insekten trägt der Hinterleib den Eiablageapparat (Ovipositor), der zu einem Stachel, einem Dorn oder einem Bohrer zur Ablage der Eier im Körper von Tieren oder in Pflanzen umgewandelt sein kann. Die Geschlechtsorgane der Insekten liegen am achten oder neunten Hinterleibssegment.
Insekten besitzen ein Außenskelett; es wird auch als Exoskelett bezeichnet und besteht aus einer derben Hülle. Diese wird gebildet, indem sich die Außenhaut (Cuticula) durch Einlagerung von Farbstoffen und Polymerisation (Verknüpfung) von Proteinen erhärtet – ein Vorgang, den man als Sklerotisierung bezeichnet. Wichtigster Inhaltsstoff ist das Polysaccharid Chitin. An den Gelenken sklerotisiert (erhärtet) das Außenskelett nicht; sie bleiben daher flexibel. Während der Wachstumsphase jedes Insekts finden Häutungen (Ecdysis) statt, da das starre Exoskelett nicht mitwachsen kann; beim gehäuteten Tier wird anschließend das Außenskelett unter Hormoneinfluss neu gebildet. Die äußerste Körperschicht enthält Wachs und bietet damit einen wirksamen Schutz vor Austrocknung, der den Vorfahren der Insekten den Übergang zum Landleben ermöglichte.