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Robert Edwin Peary

Robert Edwin Peary (1856-1920), US-amerikanischer Forscher, dem allgemein die Expedition zugeschrieben wird, die als erste den Nordpol erreichte.

Peary wurde in Cresson im US-Bundesstaat Pennsylvania geboren. Im Rahmen einer Expedition erforschte er Grönland 1886 auf der ersten von insgesamt sieben Polarreisen. Peary entdeckte und benannte den Independance Fjord an der Nordostküste Grönlands am 4. Juli 1892, nachdem er die Nordspitze der Insel über eine Strecke von circa 800 Kilometern als erster durchquert hatte. 1895 erreichte er das nördliche Küstengebiet Grönlands, das nach ihm Peary Land genannt wurde. 1900 erreichte er den nördlichsten Punkt der Insel auf 83°20' nördlicher Breite. Peary bewies, dass Grönland eine Insel war. Er lieferte wichtige Beiträge zum Leben der Eskimo und zur Erforschung der Gletscherbildung. Er übernahm Überlebenstechniken der Eskimo und führte die Vorauserrichtung von Nachschublagern ein, das so genannte Peary-System der Arktisexpeditionen. Zwischen 1898 und 1902 war er mit der Kartierung von Grönlands Nordküste befasst. 1902, 1905 und 1906 unternahm er, diesmal von der Ellesmere-Insel aus, erfolglose Vorstöße zum Nordpol. Bei der letzten Expedition näherte er sich seinem Ziel bis auf 280 Kilometer.

Am 17. Juli 1908 leitete Peary eine weitere Expedition zum Nordpol. Am 6. April 1909 erreichten er selbst, sein Assistent Matthew A. Henson und vier Eskimo entweder direkt den Nordpol oder kamen doch in dessen unmittelbare Nähe. Als Peary nach seiner Rückkehr diesen Erfolg verkündete, erfuhr er, dass der US-amerikanische Forscher und Arzt Frederick Albert Cook den Pol fünf Tage zuvor erreicht haben wollte. Expertenuntersuchungen ergaben, dass diese Behauptung des Arztes falsch sei; Pearys Rekorde wurden anerkannt. Unter Wissenschaftlern bleibt umstritten, ob Peary tatsächlich exakt den Nordpol erreicht hatte. Trotzdem sind schon die überprüfbaren Tatsachen dieser Expedition eine der größten Leistungen der Arktiserforschung, zumal fast sämtliche Folgeexpeditionen vom Polgebiet ausgeflogen worden sind, statt, wie Peary, mit dem Schlitten zurückzukehren. Seine Erfahrungen schrieb er in mehreren Büchern nieder, u. a. in The North Pole (1910) und in Secrets of Polar Travel (1917).