Mexiko
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Mexiko
3. Bevölkerung

Die mexikanische Bevölkerung setzt sich aus drei Hauptgruppen zusammen: dem Bevölkerungsanteil spanischer Herkunft, den Nachfahren der vorkolonialen Bevölkerung und der Gruppe mit sowohl spanischen als auch indianischen Vorfahren, den Mestizos. Die Mestizen sind mit einem Bevölkerungsanteil von circa 75 Prozent die bei weitem größte Gruppe. Der Anteil der indianischen Bevölkerung beträgt etwa 14 Prozent. Weiße machen ungefähr 10 Prozent aus. Ferner leben sehr kleine Gruppen von Asiaten und Schwarzen im Land.

Die Einwohnerzahl beträgt etwa 110 Millionen (2008). Die Bevölkerungsdichte liegt ungefähr bei 57 Einwohnern pro Quadratkilometer. Circa 76 Prozent der Mexikaner leben in Städten (2005). Die Bevölkerung ist sehr ungleichmäßig verteilt. Auf ungefähr 14 Prozent der Gesamtfläche leben etwa zwei Drittel der Bevölkerung.

1. Wichtige Städte

Hauptstadt und kulturelles Zentrum des Landes ist Mexiko-Stadt mit 14,01 Millionen Einwohnern. Weitere wichtige Städte sind u. a. Guadalajara (1,58 Millionen Einwohner), ein bedeutendes Tourismuszentrum, Puebla (1,47 Millionen), eine der ersten Städte des Landes, die von Europäern besiedelt wurden, und ein Produktionszentrum für Tonwaren, Ciudad Juárez (1,31 Millionen), ein Handels- und Produktionszentrum, Tijuana (1,40 Millionen Einwohner), ein Fremdenverkehrs- und Industriezentrum, und León (1,22 Millionen), ein landwirtschaftliches Zentrum.

2. Sprache

Die Amtssprache ist Spanisch, das von der großen Mehrheit (circa 98 Prozent) der Bevölkerung gesprochen wird. Es gibt etwa 13 Indianersprachen mit vielen verschiedenen Dialekten. Die Hauptsprache ist Náhuatl oder Aztekisch. Weitere Sprachen sind Maya, das auf der Halbinsel Yucatán gesprochen wird, und Otomí, dessen Sprecher hauptsächlich im inneren Mexiko leben. Ungefähr 2 Prozent der Bevölkerung beherrschen nur ihre indianische Sprache. Es gibt von der Regierung geförderte Bildungsprogramme, um Spanisch innerhalb der indianischen Bevölkerung stärker zu verbreiten.

3. Religion

Mehr als 89 Prozent der Bevölkerung sind römisch-katholisch. Die Regierungen Mexikos verfolgten allerdings lange eine antiklerikale Politik. 1991 endete diese Zeit mit der Verabschiedung von Verfassungsänderungen, die religiösen Einrichtungen den Rechtsstatus verliehen und die Einrichtung konfessioneller Schulen zuließen. Es gibt eine kleine, aber wachsende protestantische Minderheit (über 4 Prozent). Ferner bekennen sich kleine Gruppen zum Bahaismus und zum Judentum. Außerdem gibt es traditionelle indigene Religionen.

3.1. Feiertage

In Mexiko gibt es viele katholische Feiertage. Alle Dörfer und Städte haben ihren Schutzpatron, zu dessen Ehren sie einmal im Jahr ein Fest veranstalten. Zu den wichtigsten kirchlichen Feiertagen gehören das Dreikönigsfest (El Día de los Tres Reyes, am 6. Januar), der Sankt-Antons-Tag (17. Januar), an dem die Kinder ihre Haustiere in der Kirche im Namen des heiligen Anton, dem Schutzpatron der Tiere, segnen lassen, und die Karnevalswoche, die vor der Fastenwoche stattfindet. Des Weiteren sind Ostern (Gründonnerstag bis Ostersonntag), Fronleichnam (im Mai oder Juni), das Johannisfest (El Día de San Juan am 24. Juni), Mariä Himmelfahrt (15. August), Allerheiligen (1. November) und Allerseelen (2. November) zu nennen. Zu den Nationalfeiertagen gehören Neujahr (1. Januar), der Geburtstag von Benito Juárez (21. März), der Tag der Arbeit (1. Mai), der Cinco de Mayo (5. Mai), der Tag der Unabhängigkeit (Fiesta Patrias, 16. September), der Kolumbustag (12. Oktober) und der Tag der Revolution (20. November), der an die soziale Revolution von 1910 erinnert. An dem als Cinco de Mayo bekannten Tag besiegten im Jahr 1862 die Mexikaner die französischen Truppen in der Schlacht von Puebla. Der Tag der Unabhängigkeit erinnert an den 16. September 1810, an dem der Aufstand, der zur Unabhängigkeit des Landes von Spanien führte, losbrach.

4. Soziales

Das öffentliche Gesundheitswesen wird überwiegend vom mexikanischen Ministerium für Gesundheit und Sozialwesen verwaltet. Seuchen wie die Cholera wurden ausgerottet. In den ländlichen Gegenden und in den schnell größer werdenden städtischen Elendsvierteln gibt es jedoch zu wenig medizinisches Personal, und die Bevölkerung wächst schneller, als moderne Wasserversorgungs- und Abwassersysteme aufgebaut werden können. Zudem verursachen die rasant wachsende Bevölkerung und der hohe Rohstoffbedarf beträchtliche Umweltschäden. Mexiko-Stadt, die bevölkerungsreichste Stadt der Welt, ist am stärksten von den Umweltproblemen betroffen. Die Emissionen der zahlreichen Industriebetriebe, Kraftfahrzeuge und Privathaushalte haben in Verbindung mit ungünstigen geographischen und meteorologischen Gegebenheiten zu einer starken Verunreinigung der Luft geführt. Die durchschnittliche Lebenserwartung in Mexiko beträgt bei Frauen 78,8 Jahre und bei Männern 73 Jahre (2008).

Die mexikanische Sozialversicherung überwacht die Wohlfahrtsprogramme, die durch Beiträge der Regierung, der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer finanziert werden. Zum Sozialversicherungswesen gehören u. a. die Krankenversicherung für Arme, Sozialwohnungen, Unfall-, Kranken-, Mutterschafts- und Rentenversicherung.