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| 3. | Projekte und Experimente |
Franklin engagierte sich in zahlreichen öffentlichen Projekten. Unter anderem richtete er 1731 die – wahrscheinlich erste – öffentliche Leihbibliothek Amerikas ein, die spätere Philadelphia Library. 1732 gab er unter dem Pseudonym Richard Saunders erstmals den Poor Richard’s Almanack heraus. Dieses bescheidene Jahrbuch mit hausbackener Philosophie und praktischen Ratschlägen für das alltägliche Leben erfreute sich rasch großer Beliebtheit und weiter Verbreitung. 1736 erhielt Franklin ein Amt bei der Pennsylvania General Assembly (dem Abgeordnetenhaus), ein Jahr später wurde er zum stellvertretenden Postmeister Philadelphias ernannt. Etwa um diese Zeit rief Franklin die erste Feuerwehr der Stadt ins Leben und entwickelte Methoden zur Verbesserung der Straßenbefestigung und -beleuchtung. Um 1744 erfand er den nach ihm benannten Ofen, der bei geringerem Brennstoffverbrauch eine höhere Wärmeleistung hatte.
1747 begann Franklin mit seinen Experimenten auf dem Gebiet der Elektrizität. Er entwickelte eine Theorie zur Leidener Flasche, vertrat die Hypothese, dass der Blitz ein elektrisches Phänomen sei, und fand eine Methode, mit der diese Tatsache experimentell bewiesen werden konnte; 1752 führte er sein berühmtes Drachenexperiment durch, mit dem er nachwies, dass Wolken elektrisch geladen sind. Franklin erfand den Blitzableiter und war der Vater der so genannten unitaristischen Theorie, mit der er das Phänomen positiv und negativ geladener Elekrizität erklärte. Als Anerkennung für seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen wurden Franklin von den Universitäten Saint Andrews und Oxford ehrenhalber akademische Grade verliehen. Er wurde auch Fellow der Royal Society of London for Improving Natural Knowledge, von der er 1753 für herausragende Beiträge zur experimentellen Wissenschaft mit der Copley-Medaille ausgezeichnet wurde.
Franklin nahm darüber hinaus auch Einfluss auf das Bildungswesen in Pennsylvania. 1749 verfasste er seine Proposals Relating to the Education of Youth in Pennsylvania (Vorschläge zur Erziehung der Jugend in Pennsylvania), deren Veröffentlichung den Anstoß zur Gründung der Philadelphia Academy (die spätere Universität Pennsylvania) im Jahr 1751 gab. Franklin schlug einen Lehrplan vor, der sich von dem damals üblichen Studium der Klassik abwandte und den Schwerpunkt auf Englisch und die modernen Fremdsprachen sowie auf Mathematik und die Naturwissenschaften legte.