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Schisma
1. Einleitung

Schisma (griechisch schisma: Trennung); Kirchenspaltung; (1) Bruch zwischen der Ost- und der Westkirche, der als Morgenländisches Schisma bezeichnet wird und auf 1054 datiert. (2) Bezeichnung der Zeitspanne zwischen 1378 und 1417, als zwei (später drei) Päpste in der westlichen Kirche gleichzeitig Anspruch erhoben, das legitime Oberhaupt der katholischen Kirche zu sein.

2. Morgenländisches Schisma

Die Entfremdung zwischen der Ost- und der Westkirche hatte tiefreichende kulturelle und politische Wurzeln und bahnte sich über einen Zeitraum von mehreren Jahrhunderten an. Die Kirche in Konstantinopel respektierte zwar grundsätzlich die Vorrechte Roms als der ursprünglichen Hauptstadt des Reiches, lehnte jedoch die Rechtsansprüche ab, die Papst Leo IX. (Regierungszeit 1048-1054) und seine Nachfolger erhoben. Die westliche Kirche wiederum wandte sich gegen den Caesaropapismus (Staatsform, bei der der weltliche Herrscher zugleich auch geistliches Oberhaupt ist), der die Kirche in Konstantinopel kennzeichnete.

Als Michael Kerullarios 1043 Patriarch von Konstantinopel wurde, verschärften sich die Gegensätze zwischen der östlichen und westlichen Kirche, und es bildeten sich Glaubensunterschiede heraus, insbesondere bezüglich des Dogmas vom Heiligen Geist (siehe Filioque).

1054 exkommunizierte der römische Kardinal Humbert von Silva Candida den Patriarchen von Konstantinopel, was als Exkommunikation der gesamten griechischen Kirche gedeutet wurde. Spätere Ereignisse, wie etwa die Plünderung Konstantinopels während des 4. Kreuzzuges (1204), besiegelten den Bruch, wobei alle Versöhnungsversuche erfolglos blieben. Erst 1965 wurden im Zuge umfassender Bemühungen die wechselseitigen Exkommunikationen von Papst Paul VI. und dem Patriarchen Athenagoras I. aufgehoben, um die beiden Kirchen einander näher zu bringen.

3. Abendländisches Schisma

Das große Schisma des Abendlandes begann mit der umstrittenen Wahl des Papstes Urban VI. im Jahre 1378. Aufgrund seines Verhaltens versagten ihm die Kardinäle den Gehorsam, erklärten seine Wahl für ungültig und wählten Klemens VII. zum Papst. Daraufhin exkommunizierte Urban Klemens und seine Anhänger und gründete ein eigenes Kardinalskollegium. Klemens VII. ging daraufhin nach Avignon und besiegelte damit das Schisma.

Das Treffen von Kardinälen und Bischöfen beider Seiten 1409 in Pisa konnte das Schisma nicht überwinden und endete mit einer dritten Papstwahl. Das Konstanzer Konzil (1414-1418) führte schließlich zum Rücktritt der rivalisierenden Päpste und zur Wahl Martins V. (Regierungszeit 1417-1431), womit das Abendländische Schisma beendet wurde. Das Schisma hatte allgemein die Stärkung des Konziliarismus zur Folge und verstärkte den Ruf nach Reformen, der schließlich in der protestantischen Reformation gipfelte.